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Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Januar 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Ganze elf Tage Winter, das war´s. War´s das ? „ Ist bis Dreikönigstag kein Winter, so kommt auch keiner mehr dahinter…?“

Der Monat begann mit deutlichem Temperaturüberschuss; derselbe reichte von 1,2 K am Neujahrstag bis zu 11,5 K am 7. Januar. Am gleichen Tage beginnt eine dreitägige Folge von zweistelligen Temperaturmaxima, deren Höhepunkt der 9.01. ist; an diesem Tage geht das Maximum der Lufttemperatur auf 12,3 °C in der Umgebung von Wittenberg, die Wärmeinsel Pretzsch kriegt 12,9 °C ab.

An neun von zehn Tagen Niederschlag, der die erste Dekade im Landkreis mit Summen zwischen 15 und 32 Litern auf den Quadratmeter hübsch durchfeuchtet; die größten Tagessummen des Monats finden sich bei 17 von 23 Meldungen am 6. Januar und liegen zwischen acht bis zwölf Liter auf den obligaten Quadratmeter. Schnee ist in allen Fällen nicht dabei; die Mitteltemperatur der Dekade liegt um fast 7 K über der langjährigen Norm.

Angemerkt sei, dass zweistellige Temperaturmaxima so selten nicht sind, Temperaturen über 12 Grad schon eher. Für Wittenberg finden sich im Zeitraum seit 1937 ganze fünf Fälle. Sehr selten sind Maxima der Lufttemperatur nahe 15 Grad; das gab´s erst ein Mal: 14,8 °C am 18.1.2007; in Potsdam (fast um die Ecke) 14,5 °C am 10.1.1991.

Dass die zweite Dekade ebenso zu warm war für die Jahreszeit, dürfte sich herumgesprochen haben. Wenn auch die Maxima bis zum 19. Januar nur noch im einstelligen Bereich blieben und zwischen 5 und 8 Grad lagen, es war zu viel; die Abweichungen von der Norm lagen bei drei bis sechs Grad, in summa war das zweite Drittel 4,2 K zu warm. Hatte sich das vorläufige Monatsmittel der Temperatur bis zum 10. Januar auf 5,7 K entwickelt, blieb zum 20. noch ein Überschuss von 4,3 K.

Die Niederschläge im o.g. Zeitraum in eher bescheidenen Größenordnungen. Zwischen sieben und 12 Liter sind bei den 17 Meldern zusammengekommen, auch dabei nicht Festes im Topf.

Die Situation änderte sich im Laufe des 19. Januar. Der Wind drehte im Norden Deutschlands auf Nordost bis Ost, so dass bodennahe Kaltluft herantransportiert werden konnte, die schob sich im Nordosten Deutschlands unter wärmere Luft, so dass es zu leichtem Niederschlag kam, teils als Sprühregen, teils mit Schnee vermischt. Damit verbunden war teilweise Bildung von Glatteis. In der Nacht kam das Niederschlagsgebiet nach Südwesten voran, wobei es im Nordosten Deutschlands durch Glatteisregen zu Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr kam.

Südlich und westlich an den Bereich mit gefrierendem Regen oder Sprühregen schloss sich eine schmale Zone an, in der in tieferen Lagen Sprühregen oder leichter Regen fiel, der nicht gefror, während sich im mittleren Bergland gebietsweise Schneeflocken in den flüssigen Niederschlag mischten.

Die Tiefsttemperatur lag in Feldberg in Mecklenburg-Vorpommern bei -4,0°C, während es mit einem Tiefstwert von 4,1°C in Waldmünchen im Oberpfälzer Wald am mildesten war. (Wetterlage FU Berlin)

Am Abend des 21. (endlich) Schnee; um die 2 Liter sind heruntergekommen, am Morgen des 22. eine Schneehöhe von vier Zentimetern. Nicht gerade eine Sensation, aber erfreulich…

Die folgenden Tage bringen allesamt nur negative Tagesmittel der Temperatur; auf die Weise kommen bis zum Monatsende nicht nur fast 58 Grad bei der Kältesumme zusammen. Für einen (ordentlichen) Januar hätten es 68,6 K sein müssen, aber bei der Vorgeschichte… Zumal der Temperaturüberschuss von s.o. fast 6 K auf 1,9 K abgebaut wird…

Alldieweil es in den folgenden Tagen bis einschließlich 27. Januar messbare Niederschläge in Größen um die ein bis vier Liter gibt, wächst auch die Schneedecke auf sechs bis acht Zentimeter im flachen Land (Elbaue) und Dübener Heide (Ateritz).

Die kälteste Nacht des Monats findet sich zwischen dem 24. und 26. Januar; auf 13 Grad unter Null und etwas tiefer gehen die Temperaturen, Annaburg, weiter östlich gelegen, bekommt minus 15,6 Grad nach Celsius. In Erdbodennähe gibt’s über dem Schnee in Wittenberg fast minus 17 Grad. Alles andere als sibirische Verhältnisse, gleichwohl ist die 3. Dekade 5,5 K kälter, als es der Norm entspricht.

Das Fazit: Um 1,6 bis 1,9 K wärmer als im 30-jährigen Mittel der Jahre 1961 – 1990 war die mittlere Lufttemperatur im Januar 2014. Alldieweil die mittlere Abweichung für den Januar 2,8 K beträgt, darf der Monat getrost als NORMAL bewertet werden, so extrem der Witterungsverlauf auch war.

Die Sonnenscheindauer erreichte bei einem Bedeckungsgrad von 6,6 Achteln dennoch 49,2 Stunden, sind exaktement drei Prozent über der Norm.

23 Frost – und Bodenfrosttage bei 10 Eistagen, alles im grünen Bereich, ebenso die 11 Tage mit Schneedecke

Das Flächenmittel des Niederschlags erreichte bei 17 von 23 Beobachtern 94 Prozent der langjährigen mittleren Summe, auch das darf als normal gelten.

Maximale Schneehöhen von sechs bis acht Zentimetern sind zwar keine rekordverdächtigen Höhen, besser als gar nichts, im fernen Westen hat´s wohl noch gar keinen Schnee gehabt in diesem seltsamen Winter…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Februar 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Eigentlich könnten drei Worte genügen, die Witterung des Februar zu beschreiben: Zu warm, zu trocken, zu sonnig…Ein Monatsbeginn, der noch etwas von Winter hatte: Schneehöhe am 1. sechs Zentimeter, die kälteste Nacht des Monats mit Temperaturen zwischen minus zwei in Annaburg und Jessen und minus acht Grad in Mühlanger, das Emin am gleichen Tage bis fast minus zehn Grad.

Am 5. nur noch Schneereste, Temperaturanstieg, nach diesem Tage liegen die Tagesmitteltemperaturen vier bis sechs Grad über der Norm, die Dekade ist drei Grad zu mild. Winter ade…

Fortsetzung dieser Verhältnisse im zweiten Drittel des Monats. Die Maxima der Lufttemperatur immer zwischen sieben und elf Grad, leichte Nachtfröste, fast jeden Tag etwas Niederschlag, mssßbar derselbe nur an vier Tagen. Am 13. d.M. bei fast allen Beobachtern die höchsten Mengen, bescheiden gering zwischen knapp zwei Litern in Annaburg und knapp sechs Litern in Stackelitz. Die Dekade fast sechs Grad zu warm in Mühlanger.

Fast identisch die Zustände an den letzten Tagen. Maximale Lufttemperaturen allemal (bis auf den 28.) im zweistelligen Bereich. Am 25. der wärmste Tag; etwas mehr als 15 Grad im östlichen Zipfel des Kreises – Jessen-Ost genannt, ähnlich hoch das Maximum in Pretzsch, Annaburg, Wittenberg, Mühlanger liegen bei 13,5 Grad.

Nennenswerte Niederschläge in diesem Zeitraum Fehlanzeige, ganze zwei Ereignisse mit Meßbarem im Topf. Die acht Tage sind im Mittel fast vier Grad wärmer als normal.

Rekrodverdächtig ist / war das Ganze trotzdem nicht. Abweichungen der Monatsmitteltemperatur von mehr als vier Grad gabs für Wittenberg seit 1937 bereits neun Mal; 1945 mit 4,3 K, die höchste Abweichung von 6,1 K im Jahre 1990 bei einer Norm von 0,2 °C für den Februar.

1945     4,3
1990     6,1
1995     4,7
1997     4,3
1998     5,0
2000     4,1
2002     5,3
2008     4,4
2014     4,4

Sehr auffällig, dass die überwältigende Zahl an positiven Abweichungen in die Zeit nach 1990 fällt.

Die negativen Abweichungen bei den monatlichen Niederschlagsmengen sind für den o.g. Zeitraum für Wittenberg etwas gleichmäßiger verteilt, der reicht von 1954 mit nur 21 Prozent von 33,8 mm bis zu nur 28 Prozent im Jahre 2014.
1954     21
1959     18
1972     17
1975     17
1976     28
1994     24
2003     20
2014     28
Die positiven Abweichungen der Sonnenscheindauer > 130 Prozent für Wittenberg seit 1955
1959     130
1964     156
1975     130
1982     137
1885     140
1986     144
1990     156
1991     141
1996     135
1997     131
2003     171
2011     132
2013     140
2014     156
Das bleibt unkommentiert, die geringe Datenmenge reicht nicht für weitergehende Interpretationen. Wenn mal mehr Zeit sein sollte, wird ein Vergleich o.g. Daten mit Potsdam erfolgen…
Das Fazit: Mit Monatsmitteltemperaturen von 4,5°C für Mühlanger bis 5,2°C in Pretzsch lag der Februar zwischen 4,3 K bis 5,0 K über dem langjährigen Mittel der Lufttemperatur (1961 – 1990 für WB).
Trotzdem wurden acht bis 16 Frosttage gezählt, beim Frost in Erdbobennähe (Emin) gab es 23 Tage in Mühlanger. Eistage waren im Februar nicht zu beobachten; ein Minus von 6,4 Tagen.
Die Niederschlagsmengen lagen im Flächenmittel des Landkreises bei 26 Meldungen (ohne Zahna-Süd) deutlich unter Norm mit 31 Prozent.
Tage mit einer Schneedecke nur noch deren zwei, normal wären fast  zehn Tage gewesen.
Sonnenscheindauer in der Elbaue mit 117,6 Stunden bei 168 Prozent in Mühlanger.
Wie gesagt, drei Worte hätten fast genügt.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger


Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für März 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Was für Gegensätze: Der März 2013 war für die Berliner der kälteste seit mehr als 100 Jahren, 2014 der drittwärmste…

Dabei gab es nur vier Tage im gesamten Monat, an denen das Tagesmittel der Temperatur unter der 30-jährigen Norm blieb, und die waren interessanterweise um die Hälfte der letzten Dekade zu finden.

Ansonsten alle Tage teils deutlich über der Norm, am 20. und 21. fast 9 K drüber. Am 21. ist auch der wärmste Tag des Monats zu finden; zwischen 19 und 23 Grad sind zwischen Wittenberg und Jessen gemessen worden.

Der Monatsauftakt nicht gerade kühl, dennoch ist die kälteste Nacht am 1. März registriert worden mit minus 1 Grad in Wittenberg und minus 4,6 Grad in Pretzsch, das Emin erreichte minus 6,4 Grad Celsius in der Elbaue.

Die Maxima der Lufttemperatur mit sehr wenigen Ausnahmen vom 23. bis 25. im zweistelligen Bereich im gesamten März, obwohl noch 12 Frost – und 19 Bodenfrosttage zu verzeichnen waren. Die traten fast ohne Ausnahme in in der ersten und zweiten Dekade auf. Die wiederum waren mit 2,8 bzw. 5,3 Grad doch deutlich über der Norm zu finden. Die letzten elf Tage des Monats waren nur 2 Grad über dem langjährigen Mittelwert zu finden.

Deutliche Überschüsse auch bei der Sonnenscheindauer: 44 Prozent mehr als zu erwarten, statt der 116 Stunden für einen März gabs 167 Stunden, das sind noch zehn Stunden mehr gewesen, als ein durchschnittlicher April zu liefern hat.

Viel ungünstiger sieht die Niederschlagsbilanz für den März 2014 aus. Zwischen 30 und 43 mm sollte die Niederschlagsmenge für einen idealen März betragen, im Mittel des Landkreises waren es bei 25 Meldungen ganze 46 Prozent. Die Mittlere Abweichung für den Monat liegt bei 15,5 mm oder 38 Prozent, also nicht zum ersten Male in diesem Jahr liegt ein Monat deutlich unter den Erwartungen.

Selbst wenn zehn Tage mit meßbarem Niederschlag gezählt wurden, die ermittelten Mengen waren allesamt nicht ergiebig. Dementsprechend sahen die Bodenfeuchten am Monatsende in der Region aus: Nur zwischen 50 und 80 Prozent der Nutzbaren Feldkapazität unter Gras bei lehmigem Sand; die oberen 15 cm teilweise bei 10 bis 30 Prozent NFK.

Daß bei diesen Temperaturverhältnissen die Entwicklung der belebten Natur gewaltige Sprünge gemacht hat, scheint selbstverständlich. Die Agrarmeteorologen und Phänologen benennen am Monatsende einen 14-tägigen Vorlauf bei der Blüte der Forsythie, bei Raps sollen es zum Anfang April drei bis vier Wochen gewesen sein…

Das kurze Fazit für den März 2014:Bei einer Monatsmitteltemperatur zwischen 7,0 °C in Mühlanger und 7,8 °C in Jessen und Wittenberg ist der März 3,3 bis 4,1 Grad wärmer gewesen als im Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Nur drei Frosttage in Wittenberg, deren acht bis 14 Tage im Rest des Landkreises bei 10 bis 22 Bodenfrosttagen sind aufgeschrieben worden.Die Zahl der Niederschlagstage täuscht über deren geringe Ergiebigkeit hinweg; weniger als die Hälfte der normalen Monatssumme ist gefallen.

 Sonne satt: 144 Prozent. Dafür: Frühling ohne Ende…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für April 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Nachdem schon die Monatsmitteltemperaturen der Vorgängermonate sehr, sehr mild ausgefallen waren (Januar + 1,9 K; Februar + 4,3 K; März + 3,3 K), brachte der April einen wiederum deutlichen Temperaturüberschuß von 3,5 K zum Monatsmittel von 7,9 °C zustande. (Temperaturangaben für Mühlanger). Für die DWD-Station Wittenberg (10 474) gab es im April einen Überschuß von 4,1 K.

Damit teilt sich der 2014er April den 3. Platz auf der Skala seit 1937 mit dem April des Jahres 2007. Wärmer waren die Aprilmonate in den Jahren 2009 mit + 5,2 K und 2011 mit einem Plus von 4,6 K.

 Deutschlandweit soll es ein Plus von 3,5 K gegeben haben, das wäre nach Angaben des DWD der drittwärmste April seit 1881 gewesen, seit „dem Beginn zuverlässiger Messungen im Jahre 1881“.

Leider fehlt zu dieser Angabe ein Ort, wo die „zuverlässigen Messungen“ begonnen haben sollen…

 Gleichwohl, bemerkenswert allemal, insbesondere, daß die wärmsten Aprils erst in den letzten neun Jahren zu beobachten waren.

 Daß soviel Wärme ihre (positiven) Wirkungen auf die belebte Natur hat, leuchtet ein. Der phänologische Vorlauf von meist zwei bis drei Wochen ließ Anfang April nicht nur vereinzelte Winterrapsbestände blühen, die Süßkirschen kamen gewaltig in die Gänge.

 Um den 18. April (Ostersonnabend) blühte der Flieder; am 26.April wurden allhier die ersten Ähren beim Winterroggen beobachtet, der wegen nicht unerheblicher Niederschlagsdefizite zu diesem Zeitpunkt nur eine Halmlänge von ca. 80 Zentimetern aufwies.

 Nicht nur die Temperaturen im ersten Quartal des Jahres brachten erhebliche Abweichungen, die Niederschlagssummen waren alles andere als zufriedenstellend. Im Landkreis Wittenberg beliefen sich die Flächenmittel im Januar noch auf 87 Prozent (normal); im Februar waren es nur 32 Prozent. Der März brachte ganze 46 Prozent, im April 2014 kamen an die 60 Prozent zusammen.

 Dabei hatte Wittenberg am 26. April einen hübschen Schauer abgefaßt, der an dieser Station 8,5 mm hinterließ, der Rest des Landkreises blieb unversehrt. Dadurch kommt WB auf 90 Prozent der normalen Niederschlagsmenge, während das Gros der Beobachter im April mit rund 60 Prozent aus dem Rennen geht. Dennoch: Seit Jahresbeginn fehlen für Wittenberg (DWD) 50 Prozent der zu erwartenden Niederschlagsmenge für das erste Quartal.

 Auch im Einzugsgebiet von Elbe und Moldau blieben die Niederschlagsmengen deutlich unter den Erwartungen; Auswirkungen auf den Wasser(Pegel)stand sind zwangsläufig. Für den Pegel Wittenberg (Elbkilometer 214,14) ist ein Mittelwasserstand von 256 cm normal. Tatsächlich waren es im Januar 220 cm, im Februar 192 cm, der März noch 171 cm, um im April auf 163 cm zu fallen. Diese Angaben sind die Mittelwerte der Pegelstände für den jeweiligen Monat.

 Der Monat verlief bis zum 18. etwas wechselhaft, die erste Dekade sehr warm mit einem Plus von 4,2 °C; am 3.4. gleich der wärmste Tag des Monats. Bis auf 23, 24 Grad gehen die Tagesmaxima in Wittenberg und Pretzsch, etwas weniger hoch die Flachlandstationen. Niederschläge an acht Tagen, wenn auch nicht immer meßbar.

 In der zweiten Dekade zurückgehende Temperaturen; vom 14. bis zum 18. Tagesmitteltemperaturen im leichten Defizit. Die kühlste Nacht am 17. April mit Minima von 2 bis 3 Grad unter Null, nur Wittenberg fällt mit minus 0,8 Grad aus der Reihe. In Erdbodennähe – 3,6 Grad in Wittenberg bis – 4,5 Grad in Mühlanger. Die Dekade bringst nur auf ein Plus von 1,3 Grad. Sieben Tage mit Niederschlag, die höchste Tagessumme des Monats am 17., fast flächendeckend…

 Ab dem 19. deutlich ansteigende Temperaturen. Nacht – und ähnliche Fröste sind kein Thema mehr, die Maxima erreichen an acht von elf Tagen die 20 Grad oder überschreiten sie; dafür gibt’s auch bis auf den oben erwähnten 26. April im Landkreis kein Wasser mehr, die Bodenfeuchten sinken rapide ab unter 10 Prozent der nutzbaren Feldkapazität bis in 20 cm Bodentiefe… 5,4 Grad wärmer als normal endet das letzte Drittel des April 2014.

 Das Fazit: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 11,0 bis 12,6 °C endet der April 2014 für die Temperaturaufschreiber zwischen Wittenberg, Mühlanger, Pretzsch und Jessen, das sind 3,1 bis 4,8 K mehr, als für den April gut ist… Die höchsten Temperaturen des Monats am 3. bzw. 30. April finden sich zwischen 22,7 °C und 26,3 °C (an dem Wert darf gezweifelt werden). Die niedrigsten Temperaturen allemal am 17. April mit minus 2,8 °C bis minus 0,8 °C.

 Sonnenscheindauer mit 211 Stunden in der Elbaue bei 135 Prozent. Ein bis zwei Frosttage, drei bis vier Frosttage, mehr hatte April 2014 nicht zu bieten. Am 22. und 26. jeweils ein kleines Gewitterchen, das nicht mehr als zwei Donner vernehmen ließ.

 Die Niederschlagsmengen zu gering, bei 60 Prozent im Flächenmittel des Landkreises, wo zwischen 40 und 46 Liter auf den Quadratmeter erwartet werden. Keine Frage, ein (be)merkenswerter Monat…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Mai 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Der Mai des Jahres 2014

 Kälteeinbruch am 2. Mai, (vorgezogene Eisheilige ?), kühle erste und zweite Dekade, sommerlich warm im letzten Monatsdrittel und Wasser satt… Nach dem ersten sehr milden und trockenen Drittel vom Jahr 2014 ein etwas überraschender Witterungsverlauf.

 Die letzte Dekade des April war deutlich zu warm, die Bodenfeuchte bis 25 cm Tiefe bei 0 bis 10 Prozent der nutzbaren Feldkapazität angelangt, seit dem 17. April keine Niederschläge mehr.

 Daß die reichlichen Wassermengen in der Nacht vom 1. zum 2. Mai mehr als willkommen waren, ist unter diesen Umständen gut nachvollziehbar. Zwischen 13 und 16 Liter hatte es im Landkreis bei 27 Beobachtern gegeben, eine angemessene Menge, zumal bei der akkumulierten Niederschlagsmenge bis Ende April mehr als 50 Prozent gefehlt hatten und der Winterroggen schon um den 26. April begonnen hatte, die Ähren zu schieben.

 Sehr zeitig, um den 4. Mai die kühlsten Nächte des Monats; leichter Frost in Jessen und Pretzsch, bei den übrigen Temperaturaufschreibern liegt das abs. Minimum bei einem bis zwei Grad; Bodenfröste eher Fehlanzeige, nur in Jessen gabs Bauchschmerzen zur Zeit der Eisheiligen, da mußten in einer kühlen Nacht ein paar Erdbeerblüten dran glauben…

 Ansonsten noch ein bißchen Wasser von oben, nicht übermäßig viel, für eine Dekadensumme zwischen 23 und 43 Litern auf den Quadratmeter hat es gereicht. Die Bodenfeuchte stieg bis zum Ende der zweiten Dekade auf 30 bis 50 Prozent an, zumal es bis zum 18. Mai mehr oder weniger intensiv weiter regnete; die Summen in diesem Zeitraum zwischen 16 und 36 Millimeter.

 Die Temperaturen leicht bis deutlich unter Normal, die Maxima liegen bis zum 19. Mai zwischen 12 und 21 Grad, Vollfrühling sieht anders aus.

 Der kommt am 20. Mai in die Gänge, richtig warm ist es am 22. Mai mit Maxima der Lufttemperatur zwischen 30,2 °C in Annaburg und Pretzsch, Jessen will 32,5 °C gehabt haben, die Flachlandstationen bringen es kaum auf 29 Grad; Wittenberg (DWD) hat glatt 29,0 °C. Stadtluft sei Dank…

 Trocken bleibt es zwischen dem 19. und 25. Mai. Hier. Im Einzugsgebiet von Moldau und Elbe fallen vom 15. bis zum 30. Mai zwischen 89 bis 100 Liter auf den Quadratmeter (Mittelwerte aller Beobachter in diesem Areal; die max. Summen lagen zwischen 118 und 219 Litern.)

 Eine ähnliche Situation wie im Vorjahr; nur waren im genannten Gebiet die Niederschläge in den Vormonaten ähnlich dürftig wie im Osten Deutschlands ausgefallen, die Böden hatten genug Speichermöglichkeit. Dennoch war ein deutlicher Anstieg der Elbepegel auszumachen. Zur Monatsmitte 142 cm statt 256 cm (normal), ging der Wittenberger Pegel auf 368 cm am 31. Mai.

 Die Wasserkatastrophe auf dem Balkan sei nicht verschwiegen, diese Regenmengen 600 km weiter nordwestlich und wir hätten das dritte Jahrhunderthochwasser in 13 Jahren gehabt…

 „In 48 Stunden kamen in Sarajewo 112 mm, in Tuzla 144 mm, in Belgrad 129 mm und in Loznica 161 mm   zusammen. In Rumänien wurden bis zu 75 mm in 24 Stunden gemessen. Diese katastrophalen Regenmengen führten zu Überschwemmungen und Überflutungen.“                (BWK vom 15.5.2014)

 Um den 26. Mai etabliert sich ein Tief ANNETRAUT über Mitteleuropa. In seinem Einflußbereich gab es bis zum 29./30. Mai erhebliche Niederschlagsmengen, von denen allhier im Landkreis alle Beobachter profitieren konnten. Die höchsten Tagessummen fielen am 27. bzw. 28. Mai mit beachtlichen Mengen zwischen 19 Litern in Jessen und 48 Litern in Seegrehna. Damit kamen in der letzten Dekade zwischen 42 und 73 Liter herunter. Die täglichen Maxima der Lufttemperatur in diesem Zeitraum nur zwischen 12 und 20 Grad Celsius… Dabei ist das letzte Monatsdrittel um 2,3 K milder als normal. Und der belebten Natur hat es sichtlich gutgetan…

 Das Fazit für den Mai: Die Monatsmitteltemperatur zwischen 13 und 14 Grad, damit nur geringfügige Abweichungen nach oben: Zwischen 0,0 K (Mühlanger) und 0,6 K (Jessen). Vier bis sechs Sommertage, ein Frosttag in Jessen und Pretzsch. Die Sonnenscheindauer im Mai sehr normal: Wittenberg 93 Prozent, Mühlanger 104 Prozent der zu erwartenden Dauer. Drei Tage mit Gewitter geringer Intensität, reichlich Wasser: 211 Prozent im Flächenmittel des Landkreises. So könnte es weitergehen…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Juni 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Der Juni war in Hinsicht auf die Monatsmitteltemperatur normal, in Hinsicht auf die Sonnenschaindauer etwas über der Norm, mit Blick auf die gefallenen Niederschläge deutlich zu trocken.

 Bei sehr früh einsetzender Schafskälte gingen die nächtlichen Temperaturen am 2. d.M. auf vier bis fünf Grad im Landkreis zurück, Wittenberg hatte dank der Stadtnähe nur knapp sieben Grad zu „verkraften“; in Erdbodennähe wurden 4,3 Grad erreicht. Ziemlich kühl für einen Sommer…

 Eine knappe Woche später, exakt zum Pfingstfest kamen die drei Heißen Tage des Monats; zwischen knapp 33 Grad in Mühlanger und knapp 35 Grad in Pretzsch lagen die die Maxima der Lufttemperatur am 8. Juni. Die gemeldeten fast 38 Grad für Jessen dürfen bezweifelt werden…

 Das mediale Geschrei entsprechend groß: Heißeste Pfingsten seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen, aber keiner sagt, wann exakt dieselben begonnen haben…

 Der sehr warme Witterungsabschnitt dauert exakt bis zum 12. d.M.; dann verläuft die Temperaturkurve kurzzeitig im Bereich normaler bis positiver Abweichung (16. bis 18.6.), um ab dem 19. Juni nur noch negative Abweichungen anzuzeigen.

 Die erste Dekade war mit einer positiven Abweichung von 2,9 K zum Ende gekommen, die zweite Dekade ging mit minus 0,1 K aus dem Rennen, das letzte Drittel war 2 K zu kalt gegenüber den langjährigen Mittelwerten.

 Der Zeitraum vom 7. bis zum 12. Juni hatte die positive Abweichung vom langjährigen Monatsmittel der Temperatur auf 2,5 K gebracht; bis zum Monatsende wurde dieser Wärmeüberschuß zumindest in der Elbaue und Wittenberg kompensiert (24-stdg. Reihe); während bei Annaburg und Pretzsch ein leichter Überschuß von 0,3 K blieb (beide Beobachter Messung der Extremwerte).

 Daß der Juni trotzdem als normal gelten darf, belegt der Blick auf die Standard-bzw. Mittlere Abweichung des CLINO-Zeitraumes 1961 – 1990: Die STABW beträgt 1,3 K, die MABW 1,1 K.

 Bei den Niederschlagsmengen für den Juni sieht die Bilanz längst nicht so erfreulich aus. Während der Mai 2014 im Flächenmittel aller 27 Beobachter auf 210 Prozent der zu erwartenden Niederschlagsmengen kam; partiell fielen 125 mm (Stackelitz am nordwestlichen Rande des Landkreises); der Berichtsmonat konnte da nicht mithalten. Ergiebige Niederschläge fielen erst 14 Tage nach den letzten bedeutenden Mengen des Mai (um den 28.5.).

 Die Bodenfeuchte (nutzbare Feldkapazität), ohnehin stark schwankend, betrug in Potsdam von Ende Mai bis Ende Juni 2014 im Niveau bis 30 cm Bodentiefe nur 10 bis 30 Prozent; die großen Regenmengen zum Ende des Mai konnten nur für ca. 10 Tage wirkliche Verbesserung schaffen. Bis zum 24. Juni blieb in Potsdam die nFK zwischen 0 und 10 Prozent in den oberen 22 Zentimetern des Bodens.

 Leichte Verbesserung der Situation ab dem 25.6.; 44 Liter/m² an zwei Tagen ließen bis zur Tiefe von 35 Zentimetern die Bodenfeuchte auf 30 bis 50 Prozent ansteigen.

 Im Areal zwischen Flämingrand und Elbaue sind im Juno 2014 ganze 42 Prozent (bei 26 Meldungen) der normalen Summen gefallen; zu erwarten sind zwischen 66 und 52 Liter auf den Quadratmeter.

 Die höchste Summe im Landkreis hatte Jüdenberg mit etwas mehr als 42 Litern; da hatte am 26. ein Gewitter ordentlich geholfen (Gräfenhainichen beim gleichen Ereignis 1,5 mm).

Die geringste Menge in Pretzsch mit knapp 11 Litern… Bei max. 14 Tagen mit meßbarem Niederschlag ein dürftiges Ergebnis. Für Wittenberg bedeuten die 47 Prozent 2014 noch nicht das untere Ende der Möglichkeiten: Nur 24 Prozent hatte es im Juni der Jahre 1942, 1992 und 2010 gebracht…

 Bei der Sonnescheindauer: Siehe oben, fast normal. 252 Stunden gleich 124 Prozent, sind bei der MABW vier Prozent über Norm, kann man hinnehmen.

 Und die fünf Tage, an denen es gewittert hat, sind auch nicht aus dem Rahmen gefallen.

 Das Fazit: Zwischen 16,6 und 17,2 °C lag die Monatsmitteltemperatur zwischen Wittenberg und Jessen, Annaburg und Pretzsch im Juni des Jahres 2014. Detaillierte Angaben zum abs. Maximum und Minimum des Monats finden sich unter Daten des Landkreises.

 Die monatlichen Niederschlagsmengen lagen deutlich unter den Erwartungen, im Flächenmittel sind 42 Prozent der Monatssummen gefallen, gemeldet hatten 26 Beobachter von 28.

 Die höchsten Tagessummen fielen am 11. bzw. 24./25. Juni, die Mengen lagen drei und 16 Litern/m².

 Sonne normal, fünf Tage mit Gewitter; die großen Wasserfestspiele kamen erst im Juli…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Juli 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Nach einem etwas unterkühltem Monatsauftakt; die geringsten Temperaturen gabs am 2. bzw. 3. Juli im Berichtsgebiet durchweg bei allen Temperaturaufschreibern. Mit absoluten Minima in zwei Metern über Grund um die sechs bis acht Grad je nach Standort; in Erdbodennähe gingen die Temperaturen in der Elbaue auf 4,2 Grad nach Celsius zurück, in den „Höhenlagen“ von Wittenberg und Jessen nur auf sechs bis acht Grad. Einen oder zwei Tage später lagen die nächtlichen Tiefsttemperaturen bereits im zweistelligen Bereich, die Maxima der Lufttemperatur über 30 Grad. Das blieb zwar nicht durchgängig für den Rest des Monats so, aber bis auf sieben Tage im Monat waren alle Tage ein Sommertag… Gleichwohl, die erste Dekade des Julis brachte schon einen Temperaturüberschuss von 2,8 K zum langjährigen Mittel, die Niederschlagssumme in diesem Zeitraum im Landkreis etwas mehr als 37 Liter auf den Quadratmeter, das entsprach fast drei Vierteln der im Monat zu erwartenden Menge. Besonders viel Wasser haben am 7. und 8. Juli Wiesenburg, Straach, Zahna Nord und Süd, Zalmsdorf, Abtsdorf, Eutzsch, Hundeluft, Heinrichswalde, Seyda, Axien, Jessen Ost, Pretzsch, Gräfenhainichen und Jüdenberg abgefasst, zwischen 34 und 16 Litern war alles möglich. Überwiegend sommerlich resp. hochsommerlich setzte sich die Witterung in der zweiten Dekade fort. Diese war fast noch ein Grad wärmer als der vorherige Zeitraum (3,7 K) und brachte kaum noch Niederschlag, dafür hohe Verdunstungsraten; die lagen im Maximum am Ende der Dekade bei fast fünf Litern am Tage. Bei acht Sommer – und drei Heißen Tagen nicht verwunderlich. Der wärmste Tag des Julis einheitlich bei allen Beobachtern zwischen 34 und 35 Grad am 20.07.2014. (Siehe auch Monatsdaten LK Wittenberg) Niederschläge im Mittel von 27 Beobachtern ganze 8,6 Liter. Nicht viel bei der Wärme; diese trockene Periode dauerte ca. 12 Tage, von etwa drei Tagen mit Schauern meist geringer Ergiebigkeit abgesehen…Hochsommerlich warm auch der Beginn des letzten Drittels. Fast acht Grad über der normalen Tagesmitteltemperatur lagen die Werte vom 21. Bis zum 23. Juli; die Nächte zwischen 18 und 21 Grad, die Taupunktwerte zwischen 17 und 19 Grad; sehr schwül also und in den Städten kaum zu ertragen…Vom 23. an täglich Wasser von oben. In sieben Tagen fallen im Landkreis im Mittel von 27 Beobachtern 40 Liter auf den Quadratmeter; das waren nochmals fast 80 Prozent der normalen Monatsmenge für einen anständigen Juli. Die höchsten Niederschlagsmengen hatten Jüdenberg und Coswig für den 29.07. zu verzeichnen; 59,3 mm bzw. 48,3 mm. Jüdenberg hatte 57 mm bei einem Gewitter in einer Stunde abgefasst, das nur ca. 4 – 5 km entfernte Gräfenhainichen für den gleichen Zeitraum 13 Liter…

Coswig lag am Rande einer großen Zelle, die am Morgen des 28. Juli über die Elbe von Süd nach Nord zog und sich am Rande des Flämings in ihrem Zentrum intensivierte. Von 04:00 UTC bis 04:50 blieb dieses Zentrum sehr intensiven Niederschlags fast stationär; den Radarbeobachtungen zu folgen, sind in diesem Zeitraum ca. 80 mm Niederschlag auf engstem Raum gefallen; das 4 km nordwestlich entfernte Düben mit AMDA-Station hat in der ersten Stunde 29 mm, in der folgenden Stunde 10 mm gemessen; in Coswig, ca. 5 km weiter nach Osten hat für diesen Tag knapp 49 mm gemeldet. Die Folgen: Erhebliche Erosion an einer Eisenbahnbrücke, die über die A 9 führt, Sperrung einer Fahrbahn; Schlammlawine am Fahrbahnrand. Etwa 36 Stunden später wiederholte sich das Spektakel bei einem von Ost nach West ziehenden Gewitter, welches (nach dem Radarbild) geringere Niederschlagsmengen brachte…

Das Fazit des Monats: Um die 3 Grad über dem Monatsmittel für den Juli lag die Lufttemperatur; statt normalen 18 Grad C lag der Landkreis bei 21 Grad. Sonnenscheindauer nur 26 Prozent über normal; also knapp 272 Stunden. Erstaunlich die hohe Zahl an Tagen mit Gewittern: Deren 15 sind in der Elbaue gezählt worden; im 30-jährigen Mittel kommen (nur) 4,6 Tage zusammen. Die Zahl der Niederschlagstage mit 15 etwas höher als die Norm (12,3 Tage); dafür 3 bis 5 Tage mit Mengen > 10 mm (normal 1,3 Tage). Die Summen im Landkreis liegen zwischen 51 mm in Seegrehna-Hohenroda und 121 mm in Jüdenberg und Pretzsch; das Mittel bei 27 Beobachtern fand sich bei 174 Prozent. Durchaus: Ein etwas ungewöhnlicher Monat…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für August 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Wann hat es den letzten August mit negativer Temperaturbilanz gegeben ? Im Jahre 2005 und 2006, exakt neun bzw. zehn Jahre her. Trotzdem war das Gemurre und Gemaule über einen viel zu kalten Sommer (!!!) allgemein. Grund wie immer: Schlechtes Gedächtnis. Der Sommer 2014 war knapp ein Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1961 – 1990; die Niederschlagsmenge lag um 20 Prozent höher als im o.g. Zeitraum, die Sonne schien 66 Stunden länger, macht genau zehn Prozent mehr als zu erwarten war. Wo also war das Problem ?

 In den letzten 17 Tagen des Monats August, der negative Abweichungen der Tagesmitteltemperaturen bis zu 4,2 K brachte (am 26. August). In diesem Zeitraum (25./26.08.) sind auch die kühlsten Tage oder Nächte des Monats zu finden, bei allen Temperaturaufschreibern im Landkreis.

 Zum Monatsbeginn sah die ganze Angelegenheit für Sonnen-und Wärmeversessene Mitbürger noch anders aus, die sieben Sommertage und der eine Heiße Tag finden sich alle in der ersten Dekade.

 Der wärmste Tag des Monats kam am 2. August, zwischen 29 und 32 Grad lagen die Maxima (siehe Daten Landkreis) zwischen Wittenberg und Jessen. Regen in diesem Zeitraum zwischen ganz viel in Stackelitz und Coswig (78 bzw. 60 mm) bis „geht so“ in Seyda und Annaburg (20 mm). Die erste Dekade noch mit einem Temperaturüberschuß von 1,7 K.

 Abkühlung setzt mit dem 14. August ein, als Tief ex-BERTHA das Wetter in Mitteleuropa mit maritimer Polarluft ( mP) bestimmte; mit Sommertagen war Schluß, die Tagesmaxima der Temperaturen mit etwas Mühe um die 23 Grad. Zwei Tage später (am 16.) wird WILMA wetterwirksam. Der Tiefdruckwirbel verlagerte sich von der nördlichen Nordsee zum südlichen Norwegen, dehnte sich aus und schwächte sich dabei kaum ab und brachte im Norden und Nordwesten der Republik schauerartige und teils gewittrigen Niederschlägen im Bereich der Nordseeküste. Dort fielen stellenweise in 24 Stunden mehr als 40 mm. Aus Leck wurden 43 mm, aus Helgoland und St´ Peter Ording 47 und aus Meierwik an der dänischen Grenze 60 mm gemeldet. (Wetterlage der FU Berlin)

 Deutlich bescheidener waren die zwischen Fläming und Dübener Heide gemessenen Regenmengen um den 15. August. Nur bei sechs Beobachtern gab es zweistellige Summen, das Gros ging mit einem bis max. acht Litern für diesen Zeitpunkt aus dem Rennen.

 Und wenn es auch an Nord- und Ostsee deutlich windig war, allhier im (fast) flachen Lande reichten die Windspitzen gerade so für Windstärke 6 Bft. Die zweite Dekade zu kühl, ein Defizit von 1,6 K.

Das letzte Drittel des letzten Sommermonats als getreuliche Fortsetzung der kühlen Witterung. In diesem Zeitraum nur an fünf Tagen mal 20 bis 23 Grad im Maximum, sieben Tage mit Niederschlägen, die tiefsten Temperaturen am 25. August mit nächtlichen Minima um fünf bis sechs Grad, in Erdbodennähe nur etwas über drei Grad; das ist eher herbstlich zu nennen.

 Niederschlagssummen in dieser Zeit zwischen 14 Litern in Stackelitz und 42 in Bad Schmiedeberg, nicht gerade Anlaß zu Übermut, aber das Monatssoll wurde damit zuverlässig erreicht. Sonnenschein am 26. und 29. bis 31. August eher Mangelware, zwei bis drei Stunden am Tage waren schon viel…

 Das Fazit: Mit Monatsmitteltemperaturen um die 17 Grad war der Monat zwischen einem (Jessen) und 0,5 K (Wittenberg) kühler als im 30-jährigen Mittel 1961 – 1990. Die Mittl. Abweichung für den August beträgt 0,9 K, sodaß sicher von einem etwas zu kühlen August gesprochen werden darf.

 Die Niederschlagsmengen im Landkreis lagen zwischen 46 mm in Zalmsdorf, die größte Menge wurde in Stackelitz mit fast 105 mm gemessen.

 Sieben bis zehn Sommertage bei einem bis zwei Heißen Tagen gabs im August, wenig Gewitter, nur drei statt deren fünf, die Sonne hatte in Wittenberg gerade so die Norm erreicht mit 207 Stunden.

Und wenn der August auch etwas aus dem Rahmen fiel, der Sommer war: Siehe oben: Normal…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für September 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Ein Wechsel von Hochdrucklagen und Einfluss von in höheren Troposphärenschichten ausgeprägten Tiefdruckgebieten bestimmte im September 2014 das Wettergeschehen in Deutschland. Im Norden Deutschlands war der Monat deutlich zu warm. Hier lagen die Temperaturabweichungen um 2 K über den vieljährigen Mittelwerten. Im Süden schwankten sie um 1 K.

 In Berlin-Dahlem wurde mit einem Klimamittel von 16,0°C eine Temperaturabweichung von 2,5 K im Vergleich zur Referenzperiode 1961-90 registriert. Dabei waren die ersten beiden Dekaden im Mittel wärmer ausgefallen als der August zuvor. Entsprechend wurden fünf Sommertage verbucht, normal sind zwei solcher Tage. Die höchste Temperatur wurde mit 27,5°C am 6. des Monats gemessen.

 Luft- und Bodenfrost kamen im ersten meteorologischen Herbstmonat nicht vor. Weitgehend ausgeglichen fielen die Bilanzen des Sonnenscheins und Niederschlags in Dahlem aus. Es wurden 167,7 Stunden Sonnenschein verzeichnet, ein Plus von 11,4 Stunden (107 %), die Niederschlagshöhe summierte sich auf 43,8 mm, 96 % vom Normalwert.

 Im Westen und Nordwesten Deutschlands war der Monat erheblich zu trocken. In Emden fielen nur 15,7 mm Regen, das sind 23 % des Normalwertes, in Trier nur 14,3 mm, das sind 24 %.

 In Sachsen und Bayern wurden die durchschnittlichen Monatssummen meist überschritten. Auf dem Fichtelberg fielen 207 mm (234 %) und in Nürnberg 108,5 mm (212%). In diesen Gebieten erreichte die Sonnenscheindauer nur 60 bis 90% des normalen Monatswertes, während in Hamburg und Warnemünde über 120 % Sonnenschein registriert wurden.

Das Areal zwischen Fläming und Dübener Heide faßte wie der Norden der Republik einen Temperatur-überschuß um 2 Grad ab. Die Maxima lagen zwischen 27 und 28 Grad am 6. des Monats. Drei der vier Sommertage wurden in der ersten Dekade registriert, die um 1,7 Grad über dem langjährigen Mittel lag.

 Noch wärmer war die zweite Dekade, die zwar nur einen Sommertag am 17.9.hatte, die täglichen Tagesmitteltemperaturen lagen teilweise deutlich über dem Normalwert (+ 4,9 Grad am 17.). Ein Überschuß von 3,5 Grad in diesem Zeitraum…

 Leichte Abkühlung am 22. September, nur von kurzer Dauer. Am 24. September finden sich die tiefsten Temperaturen mit zwei bis fünf Grad über dem Gefrierpunkt, in Erdbodennähe geht die Temperatur auf 1,4 Grad in Elbnähe zurück. Das Temperaturmittel für den letzten Abschnitt des Monats liegt nur noch bei einem Grad über dem Mittel der Jahre 1961 – 1990.

 Die Sonne schien im September in Wittenberg 128 Stunden (86 Prozent), in Mühlanger 142 h = 95 Prozent. Fünf Tage mit Gewitter meist geringer Intensität, am 6. September gab es ein Ferngewitter mit Intensität 2.

 Wasser im September: 13 Tage mit meßbarem Niederschlag im Mittel von 26 Beobachtern bei 78 Prozent, eigentlich normal bei einer Mittleren Abweichung von 42 Prozent für Wittenberg.

 Das Spektrum der tatsächlich gefallenen Mengen reicht von 50 Prozent für Eutzsch bis zu 121 Prozent in Stackelitz; die höchsten Tagesmengen sind meist um den 19. bis 21. September gefallen, als Deutschland von schwachen Tiefausläufern überquert wurde, die feuchtere und labil geschichtete Warmluft heranführten.    Entgegen der Prognose erreichten die Wolkenfelder dieser Ausläufer den Berliner Raum und brachten Tagessummen zwischen zwei und 21 Litern (Wittenberg).

 Das Fazit des Monats: Eine Monatsmitteltemperatur um 16 °C, das waren um die 2 Grad mehr als im Mittel der Jahre 1961 – 1990. Die Sonnenscheindauer fast normal mit 142 Stunden, fünf Tage mit Gewittern, vier  bis fünf Sommertage; einer bis zwei mehr als nötig…

 Wasser in etwa normal bei 78 Prozent im Mittel von 26 Beobachtern, wenn auch große lokale Unterschiede zu beobachten waren. Der Luftdruck lag um ca. ein hPa unter der Norm.

 Da die Mittl. Abweichung der Temperatur für den September bei 1,1 K liegt, darf der Monat als zu warm gelten. Interessant, daß positive Abweichungen von 2 K und höher so häufig nicht sind; seit 1937 sind in diesen 77 Jahren nur 14 solcher Fälle aufgetreten. Davon 3 Monate im Zeitraum 1937 bis 1960; 4 Monate im Zeitraum 1961 – 1990; aber 7 Monate von 1991 bis 2014…

 Quellenangabe: Wetterlage der FU Berlin September 2014; Agrarmet. Wochenbericht des DWD Beobachtungen des RR – und Wettermeßnetzes LK Wittenberg          

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Oktober 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

„In Deutschland gab es den drittwärmste Oktober seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1881 (?).

Die Temperatur betrug 11,9°C und lag um 2,9K über dem Wert der Referenzperiode 1961 bis 1990.Im Vergleich zu der Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung (immer noch) 2,7K. Vereinzelt gab es Sommertage, mit 27,2°C wurde am 9. 10. in Notzingen, südöstlich von Esslingen, bundesweit die höchste Temperatur gemessen.

 Auffallend war im ersten und zweiten Monatsdrittel die Häufigkeit milder Nächte: Die Temperatur in Stuttgart sank in 15 Nächten nicht unter 10°C. Zum Beginn des letzten Drittels brachte ex-GONZALO Sturm und merkliche Abkühlung, wenn auch nur vorübergehend.

 Mit 64 Litern wurde das Soll um 14% übertroffen. Besonders betroffen war der Alpennordrand, wo vom 20. bis 24. 10. verbreitet mehr als 100 Liter, in Aschau-Stein im Chiemgau 184 Liter fielen.

 Oberhalb von 800 m ging der Regen in Schnee über, in Oy-Mittelberg im Allgäu erreichte die Schneedecke am 23. 10. eine Mächtigkeit von 12cm. Sehr unterschiedlich war die Sonnenscheindauer: Im Mittel schien die Sonne mit 100 Stunden 8 Stunden weniger als normal, am Alpennordrand zeigte sie sich bis zu 150 Stunden, während in den Nebelgebieten an der Donau 70 Stunden registriert wurden.“ (1)

Für Wittenberg war es der zweitwärmste Oktober; die wärmsten Oktober sind in den letzten 14 Jahren aufgetreten; in Wittenberg wurden gemessen bzw. berechnet:  

Jahr Monats mitteltemp. Abweichung Höchstes Max.
2001 12,8 3,4 23,6
2014 12,4 3,0 22,1
2006 12,3 2,9 23,6
1995 12,0 2,5 25,2

 Die mittl. Abweichung für den Oktober (Ref. Periode 1961 – 1990) beträgt 1,5 K; das Monatsmittel für diesen Zeitraum 9,4°C.

 Als Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen wird regelmäßig 1881 angeführt, ohne irgendeinen Standort zu benennen. Für Potsdam gibt es dreiterminige Wetteraufzeichnungen seit dem Jahre 1877, vorgenommen am Astrophysikalischen Institut auf dem Telegrafenberg bis zum Jahresende 1893. (2)

 Die wärmsten Oktober von 1877 bis 1893, dem Beginn der Aufzeichnungen am Meteorologischen Institut Potsdam, waren die Oktober 1891 und 1893 mit jeweils 10,5°C; damit nur 1,5 K über dem langjährigen Mittel für diesen Standort. Im Übrigen finden sich die wärmsten Oktober in Potsdam in den gleichen Jahren wie in der Tabelle angeführt.

 Im Berichtsgebiet zwischen den südlichen Ausläufern des Fläming, dem Nordrand der Dübener Heide und inmitten der Elbaue waren die Monatsmittel der Temperaturen um 3,1 K in Pretzsch, 2,6 K in Jessens Weinbergen höher, als es für den Oktober normal wäre. Wenn auch nirgends ein Sommertag verzeichnet wurde; das höchste Maximum findet sich bei 22 bis knapp 23 Grad, so liegt das mittlere Maximum für diesen Monat bei 16 bis 17 Grad. Der normale Wert wäre 13,9 °C gewesen.

 Ähnliches beim Mittelwert der tiefen Temperaturen: Normal wären 6,1 Grad, in Wittenberg waren es 8,7 Grad. Sicher spielt hier die Lage der Station eine Rolle, die mittl. Minima der anderen Beobachter liegen bei 8 Grad. Dem großen Wärmeüberschuss zum Trotz: Den ersten Bodenfrost hatte es am 29. Oktober; Minus 2,5 Grad in Wittenberg, in der Elbaue minus 0,9 Grad.

 Beim Niederschlag relativ ausgeglichene Verhältnisse. Bei einem Flächenmittel von 101 Prozent bei 26 Meldungen liegen die gefallenen Mengen zwischen 66 Prozent für Pretzsch und 141 Prozent für Stackelitz. 14 Tage mit Niederschlag sind durchaus normal, im o.g. Areal fallen im Oktober zwischen 30 bis 42 Liter/ Quadratmeter. 49,8 Stunden mit Sonnenschein: 35 Prozent: Etwas mehr als normal.                    

(1) Auszug aus: Berliner Wetterkarte v. 1.November 2014

(2) Publikationen des Astrophysikalischen Observatoriums zu Potsdam

      Nr. 4. Ersten Bandes Viertes Stück 

      Met. Beobachtungen in den Jahren 1877 – 1893

      Bearbeitet von Paul Friedrich Ferdinand Kempf

      In Kommission bei Wilhelm Engelmann in Leipzig 1885                                                                       

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für November 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Sehr freundlicher Beginn, ungemütliches Ende: Mit dem wärmsten Tag des Monats, einem Temperaturmaximum von 17,5 in Jessen-Ost bis 19,3 °C in Pretzsch startet der Monat. So selbstverständlich sind derart hohe Maxima im November nicht; die höchste für Wittenberg festgestellte Temperatur gab’s am 1.11.1968 mit 21,2°C; dem folgen 18,6°C am 3. November 2005, und jetzt die 18,1°C für Wittenberg am 2.11.2014… Nun gut, dieses Jahr scheint ohnehin Einiges aus den Fugen geraten zu sein.

Die ersten drei Tage also sämtlich mit Maxima um oder über 18 Grad, das hat es in den Jahren seit 1937 (für Wittenberg) bisher nicht gegeben: (17,9°C, 18,1°C, 17,9°C) Damit lag dieser Zeitraum zwischen 3,2 bis 5,7 K über dem langjährigen Tagesmittelwert. Und die Sonne schien an diesen Tagen auch erfreulich lange.

Diese milde Witterung hält sich fast bis zum Monatsende, die Tagesmitteltemperaturen liegen, von gewissen Schwankungen abgesehen, bis zum 18. November um drei bis sechs Grad über dem langjährigen Mittel; vom 19. bis zum 25.11. noch ein bis drei Grad über der Norm.

Erst mit dem 26.11. gehen die Tagesmittel deutlich zurück. Zwischen –0,6 und –3,3 Grad liegen die Tagesmittel bis zum Monatsende unter den langjährigen (1961-1990) Temperaturen.

Bei Dekadenmitteltemperaturen von 2,7 Grad, 4,0 Grad und –0,1 Grad war der Monat November 2014 exaktement in Wittenberg 2,3 Grad wärmer als erlaubt; das Monatsmittel beträgt normal 4,3°C; die Mittlere Abweichung immerhin 1,2 Grad; also deutlich zu warm. Dabei fand sich der in Rede stehende Zeitraum nur auf Platz 7 der ewigen Weltrangbestenliste der WMO für Wittenberg; bislang unangefochten sind der November 1963 mit einem Plus von 3,7 Grad, gefolgt vom November 1938 (+ 3,3 Grad) und dem November 2009 (+ 3,2 Grad).

Mindestens genauso bemerkenswert die negative Niederschlagsbilanz für den November 2014.Ganze acht Tage mit Niederschlag hatte es in diesem Zeitraum gegeben; fast 17 Tage hätten der Elbaue und den angrenzenden Arealen zugestanden. Statt der zu erwartenden 40 bis 46 Liter auf den Quadratmeter sind nur 4,1 mm in Wartenburg und 14 mm in Stackelitz heruntergekommen; das Gros der Beobachter hat nur um die 5 bis 7 mm erhalten; die Ausnahmen waren Vockerode und Söllichau und Annaburg mit etwas mehr als 10 Litern. Macht im Schnitt bei 25 Meldungen von 27 Beobachtern 16 Prozent.

Damit findet sich der November 2014 an 2. Stelle der geringsten Regenmengen seit 1937; der 1. Platz liegt nicht so weit zurück: 2011 ist in besagtem Zeitraum noch weniger Wasser vom Himmel gefallen: Nur 1,1 mm im Flächenmittel des Landkreises…

Wie gesagt, zum Monatsende deutliche Abkühlung: Bei Nachtfrösten zwischen minus einem und minus vier Grad sind zwischen dem 25. und 30. November die tiefsten Temperaturen des Monats aufgeschrieben worden; in Erdbodennähe waren es bis zu –3,4°C in der Elbaue.

Die Sonnenscheindauer im November ziemlich normal: 132 Prozent bei fast 70 Stunden; das geht.

Die Elbe führte im November 2014 (fast) normale Wassermengen: Der mittlere Pegelstand betrug 226 cm in Wittenberg; das Maximum am 1.11. 287 cm; das Minimum betrug am 30.11. 199 cm. Die Niederschlagsmengen im böhmischen und mährischen Teil des Einzugsgebietes von Elbe und Moldau lagen auch nur bei 13 bis 18 Litern im Mittel aller Meldungen von 204 Niederschlagsmessstellen.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Dezember 2014

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Zu Anfang und zum Ende kalt, dazwischen viel zu warm für die Jahreszeit…

Gleich drei Eistage zum Monatsauftakt; aber die kühlen Tage hatten schon um den 25. des Vormonats begonnen. Gleichwohl lagen die Tagesmittel der Lufttemperatur drei bis vier Grad unter Normal, von festem Niederschlag keine Spur, wenn man von etwas Schneegriesel und einigen Eiskörnern am 3. und 4. Dezember absieht.

Ab dem 4. Dezember wieder Erwärmung, das hält an bis zum 26. bzw. 27. Dezember. Nachtfröste sind eher die Ausnahme, die Minima in Erdbodennähe nur im Bereich des leichten Frostes…

Höhepunkt der Warmphase ist der 19. Dezember. Mit absoluten Maxima der Lufttemperatur zwischen 10 und 13 Grad zwischen Annaburg und Pretzsch deuteten sich die obligaten Grünen Weihnachten allhier im Flachland an, zum Hl. Abend lag das Maximum bei 9 bis 11 Grad…

Die letzte Weiße Weihnacht hatte es in Fläming und Elbaue im Jahre 2010 mit Schneehöhen um die 12 bis 16 Zentimeter gegeben, 2009 waren es dürftige 2 Zentimeter. Davor hatte es noch Schnee zu Weihnachten in den Jahren von 1991 jetzt 1995, 1996, 2000, 2001 mit 20 Zentimetern… In 24 Jahren sieben mal romantisches Weihnachtsfest. So schlecht ist die Quote für das flache Land doch nicht…

Bis zum Weihnachtsfest gab es etliche Tage mit flüssigem Niederschlag, der allemal nicht sonderlich ergiebig war; die Bodenfeuchtigkeit im gesamten Osten der Republik zum 15.12. lag in Bereichen um die 50 bis max. 80 Prozent; Zustände, wie sie sonst zum Herbstbeginn zu beobachten sind…

Bis zum Monatsende hatte sich dieser Zustand nicht wesentlich gebessert… (Grafiken: DWD)

In den ersten Morgenstunden des 26. der ersehnte Schnee, ohne den ein passables Weihnachten nicht mehr denkbar erscheint. Dürftige 4 cm hoch, auch noch durchbrochen; für wintersportliche Vergnügungen völlig ungeeignet. Das ändert sich erst zum 29. Dezember, da liegt des Morgens der Schnee 10 cm hoch, für ganze zwei Tage, um den Jahreswechsel natürlich Tauwetter; am Neujahrs-tage nur noch Schneereste. Sehr dürftig für den ersten Wintermonat…

Das (meteorologische) Fazit für den Dezember:

Wärmer als im langjährigen Mittel und etwas wenig Wasser. Sehr einheitlich bei allen Beobachtern, die eines (oder) mehrere Thermometer zum Ablesen haben: Ein Überschuß von 1,9 K ist im Dezember 2014 beobachtet worden. Nun könnte man kräftig streiten darüber, ob bei einer Mittl. Abweichung von 1,9 K im Zeitraum 1961 – 1990  der Monat tatsächlich zu warm war; die Standardabweichung für den Dezember beträgt gleich mal 2,5 K (!!!) Kurz; bei der Lufttemperatur war der Dezember 2014 am oberen Limit der natürlichen Schwankungen.

Die Niederschlagsmengen für den Dezember zwischen Flämingrand und Dübener Heide gaben wenig Anlaß für übermäßige Begeisterung. Zwischen 27 mm in Annaburg und 69 mm in Straach bewegten sich die Montssummen; das waren 76 Prozent im Flächenmittel bei 25 Meldungen. Dennoch im Normbereich der Jahre 1961 – 1990.

Weniger Sonnenschein im Dezember, als zu erwarten war: 24,8 Stunden, das waren nur 65 Prozent.

Ansonsten: 14 Tage mit Frost und Bodenfrost, 6 Eistage. 20 Tage mit meßbarem Niederschlag, davon 3 Tage mit Schnee. Die brachten eine max. Schneehöhe von 10 cm in der Elbaue,  6 Tage mit einer Schneehöhe > 0 cm , bevor er wieder verschwunden war. Eine Kältesumme von 21,8 K, normal wären im Dezember 47,7 K gewesen. Exakte Zahlen unter Monatsdaten Landkreis.

Eine Anmerkung zum „wärmsten Jahr seit Aufzeichnungsbeginn“:  Abgesehen davon, daß nie ein exakter Termin zum Beginn „regelmäßiger Aufzeichnungen“ genannt wird, sind derlei Behauptungen nicht sehr zutreffend.

In der Sonderbeilage der Berliner Wetterkarte vom 18. 4. 2000 wurden in der von Jürgen Pelz homogenisierten Berliner Temperaturreihe für Berlin-Dahlem seit dem Jahre 1701 die höchste Jahresmitteltemperatur für das Jahr 1756 mit 11.7 °C ermittelt; die Jahresmitteltemperatur im Jahre 1779 betrug 11.0°C. Und dies in der Periode der Kleinen Eiszeit(!). Der Fehler der Jahrestemperatur wird mit 0.1°C angegeben (BWK v. 2.1.2015)

2014 betrug die Jahresmitteltemperatur für Wittenberg 10,9°C; das ist ein Plus von 2,21 K. Die STABW für 1961 – 1990 beträgt 1,9 K; die MAW 1,5 K. Exakt lag die Jahresmitteltemperatur 2014 also  0,31 K über dem oberen Limit der natürlichen Abweichungen…  

Achim KuhnWetterstation Mühlanger