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Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Januar 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

  Deutlich dreigeteilt war die Witterung im Januar. Die erste Dekade war viel zu warm; „frühlingshafte Phase“ nannte es der DWD; zwischen fünf und neun Grad über den langjährigen Mittelwerten lagen die Tagesmitteltemperaturen, damit war die Dekade war 7,7 Grad zu warm. Die Maxima der Temperaturen gingen von sechs bis acht Grad, die Nachttemperaturen blieben allesamt im positiven Bereich.

  Der Grund: Wolkenreiche und sehr milde Nordseeluft, die an der Nordostflanke eines Hochdruckgebietes über Frankreich nach Mitteleuropa geführt wurde. Eine weitere Folge: Hasel und Erle blühten in einigen Regionen, Allergiker dürfte es kaum erfreut haben. Das Auffälligste an dieser Wolkensuppe:

 In den ersten zehn Tagen des neuen Jahres gab es in weiten Teilen Deutschlands keinen einzigen Sonnenstrahl; für Wittenberg Null Stunden Sonne; in der Elbaue (Mühlanger) ganze 30 Minuten Sonnenschein, verteilt auf drei Tage. Damit war in Sachen Sonnenschein eine Überraschung zu erwarten.

  Die Wetterstation in Wittenberg zeichnet seit dem Januar 1955 die Sonnenscheindauer auf. In einem „normalen“ Januar sind 48 Stunden zu erwarten (1961 – 1990). Nun hat sich die Sonnenscheindauer im Mittel der letzten 22 Jahre um 12 Stunden für den Januar erhöht, davon war 2013 überhaupt nichts zu merken.

  Um es kurz zu machen: Der Januar 2013 hatte die bisher kürzeste Sonnenscheindauer überhaupt gebracht; in Wittenberg waren es nicht einmal 25 Stunden, sind 45 Prozent. Da konnte selbst der Januar von 1965 nicht mithalten, der brachte 27,5 Stunden oder 65 Prozent der normalen Dauer.

  Dann auch noch: Jeden Tag Wasser von oben, nach zehn Tagen waren 30 bis 40 Liter im Landkreis vom Himmel gefallen; Schnee oder für die Jahreszeit Ähnliches: Bei den Temperaturen Fehlanzeige.

  Deutliche Änderung der Verhältnisse ab dem 11.: Eine Dauerfrostperiode, welche 14 Tage anhielt und auch die Maxima unter Null Grad hielt (Eistage), ließ den bis dato aufgelaufenen Temperaturüberschuss langsam und sicher abbauen und weckte Hoffnung, dass der Januar klimatologisch normal ausgehen könnte. Was sich als trügerisch erwies. Gleichwohl hat die zweite Dekade eine Kältesumme von 31,2 Grad erbracht, das ist fast die halbe Miete; im letzten Drittel des Monats kamen noch 44,7 Grad dazu. Macht eine Summe von 76 Grad, 68 hätten für einen anständigen Januar gereicht. Damit geht die zweite Dekade fast zwei Grad kühler als normal zu Ende.

  An Wasser kam deutlich weniger von oben; ganze drei bis sieben Liter sind von den derzeit 26 Beobachtern im Landkreis aufgeschrieben worden. Da hat’s für eine ordentliche Schneedecke kaum gereicht, im zweiten Januar-Drittel sind nur dürftige ein bis vier Zentimeter gemeldet worden.

  Am 21. Januar kamen ergiebigere Niederschläge zwischen drei und sechs Litern auf den Quadratmeter, die der Jahreszeit gemäß die Landschaft in ein freundliches Weiß hüllten. Die anfangs dünne Schneedecke erhöhte sich auf sechs bis neun Zentimeter, Frankfurt a.M., Köln und München hatten mit 11 bis 14 cm auch nicht so viel mehr Schnee als Fläming und Elbaue.

  Ein, zwei Tage vor dem einsetzenden Tauwetter gab’s im Revier die tiefsten Temperaturen des Monats, auf minus 15 bis minus 18 Grad gingen die Thermometer zwischen Wittenberg und Pretzsch, Annaburg, Jessen und Mühlanger herunter, nichts Außergewöhnliches allenthalben.

  Der winterliche Zustand hielt nicht allzu lange, ab dem 27. sorgte milde Luft vom Atlantik für durchgreifendes Tauwetter bis in hohe Lagen. So durchgreifend, das ganze vier Tage nach den tiefsten Temperaturen des Monats die höchsten registriert werden konnten. Um die 13 Grad lagen die Maxima der Temperatur, in Annaburg und Jessen ein halbes Grad darunter. Zusehends schwand das Weiß von Feld und Wiese, am 30. Januar: Schluss mit Winter(Schnee).

  An neun Tagen im letzten Monatsdrittel kommt Wasser, vier Tage Schnee, an fünf Tagen Flüssiges vom Himmel. Nochmals 20 bis 28 Liter sind verzeichnet worden; da ist eine erkleckliche Summe von 45 bis 80 Litern auf den Quadratmeter erreicht worden, entspricht einer relativen Niederschlagsmenge von 160 Prozent im Mittel des Kreises und liegt über dem bundesweiten Durchschnitt von 97 Prozent.

  Das Fazit: Die Monatsmitteltemperaturen fallen im Landkreis Wittenberg differenziert aus: Wittenberg und Pretzsch gehen mit – 0,1 °C aus dem Rennen, das ist ein Überschuss von 0,7 Grad; während die anderen Beobachter in Annaburg, Jessen und Mühlanger bei einer Monatsmitteltemperatur von 0,3 bzw. 0,5 Grad angekommen sind, das entspricht einem Überschuss von 1,1 bzw. 1,3 Grad. Darf als normal gelten für einen Januar, die Mittlere Abweichung für diesen Monat beträgt im Zeitraum 1961 – 1990 1,9 Grad.

  Bei den Niederschlägen geht die Spanne von 46 bis zu 80 Litern auf den Quadratmeter, das entspricht einem Flächenmittel von 165 Prozent für den Januar.

  Die niedrigsten Temperaturen fanden sich am 26. Januar, zwischen minus 15 und minus 18 Grad lagen die Minima, die höchsten Temperaturen am 30. mit Werten von 12,6 bis 12,8 in Jessen und Annaburg; 13,0 Grad gab’s in Mühlanger, 13,5 Grad in Pretzsch.

  Für den Januar schlug weiter eine Kältesumme von 76 Grad zu Buche; es wurden 14 Eistage und 18 Frosttage gezählt. Die Anzahl der Niederschlagstage lag mit 18 bis 22 Tagen etwas über dem lang-jährigen Durchschnitt von 17,6 Tagen. An 18 Tagen lag eine Schneedecke, das sind zu Zeiten allgemeiner Klimaveränderungen gute Zahlen.

  Die Sonnescheindauer ist siehe oben deutlich unter der Erwartung von 48 Stunden geblieben, in Wittenberg gab’s keine 22 Stunden, für eine Verbesserung der Bilanz haben der 25., 26. und 28. Januar gesorgt. An den genannten Tagen schien die Sonne 14,4 Stunden, das waren schon 30 Prozent der insgesamt 45… Also: Kein ganz normaler Monat, wenn man von der Temperatur absieht…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Februar 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Der Monat entsprach mit 0,2 °C genau der Norm im Mittel der Jahre 1961 – 1990.

15 Tage mit meßbarem Niederschlag, ebenso 15 Tage mit Schneefall. Es sind 39 mm gemessen worden, das entspricht 123 Prozent  der normalen Niederschlagssmenge für den Februar.  An 17 Tagen lag eine Schneedecke.

Die Sonnenscheindauer war mit 33,5 Stunden deutlich unter den Möglichkeiten geblieben, normal wären 70 Stunden gewesen. Für Wittenberg war dies der sonnenscheinärmste Februar seit 1955 (Beginn der Sonnenscheinaufzeichnung für WB). 2009 waren es mit 33,7 Stunden ganze sechs Prozent mehr. Für viele Stationen war es der sonnenscheinärmste Winter seit Beginn der Sonnenscheinregistrierung.

Es gab 20 Frosttage, 27 Tage mit Frost in Erdbodennähe und 5 Eistage, die Kältesumme betrug 22,8 K.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für März 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Ein sehr merkwürdiger März, der uns vor kurzem verlassen hat, ein gefundenes Fressen für Rekordjäger und Extremwetter-Versessene. Und sehr wahrscheinlich ein absolutes Ärgernis für die Freunde milder Witterung, die die Frühlingslüfte schmerzlich vermissen. Vom Eise befreit sind zwar Strom und Bäche seit einiger Zeit, aber Schnee hatte es sehr reichlich im Revier. Und dem Bauern, der im Märzen die Pferde einspannen wollte, dürfte die kühle Witterung auch mehr als die berühmte Petersilie verhagelt haben. Gleichwohl, ein auffälliger Frühlingsanfang, der so schnell nicht seinesgleichen findet in der Wetterhistorie, wenn man nicht zu weit in die kleine Eiszeit zurückgehen möchte…

 Bleiben wir bei den im Landkreis gesammelten Daten. Am „wärmsten“ war es noch auf den Jessener Bergen, wo die Monatsmitteltemperatur nur – 0,4 °C betrug, Richtung Westen nimmt sie ab; zwischen Annaburg, Pretzsch und Mühlanger beträgt sie immerhin noch – 0,6 bzw. – 0,7 °C, um in Wittenberg in 107 m über NN mit – 1,1 °C in die Klimageschichte einzugehen.

 Der März 2013 ist kälter gewesen als der Februar 2013, und er ist kälter gewesen als alle Märzen im derzeit gültigen Climat-Zeitraum 1991 – 2020. Nicht annähernd kommt der letzte kalte März 1996 an diesen Wert heran (- 2,9K); erst der März 1987 kann bei ähnlichen Temperaturen mithalten. Nicht einmal die Märzen der berüchtigten Nachkriegswinter sind so kalt gewesen.

 Konkret: In Wittenberg betrug die Abweichung vom langjährigen Mittel 4,8 K; das waren noch 0,2 K weniger als im März 1987, für das benachbarte Wiesenburg ist die Abweichung 4,9 K, in Potsdam waren es 4,5 K (Säk.Station) weniger als im langjährigen Mittel, welches für Potsdam und Wittenberg bei 3,7 °C zu finden ist. Kurz und bündig: Das war der bislang kälteste März für Wittenberg seit 1937, da regelmäßige amtliche Wetterbeobachtungen durchgeführt werden.

 Dass es noch kälter ging, belegen Aufzeichnungen für Halle und Potsdam. Der März 1853 war in Halle (regelmäßige Beobachtungen seit 1851, unregelmäßige noch früher) 6,9 K kälter als normal, für Halle beträgt die mittlere Monatstemperatur 4,2 °C. In Potsdam (regelmäßige Beobachtungen am Astrophysikal. Observatorium seit 1877; am Meteorolog. Observatorium seit 1893; die Übereinstimmung der Daten beider Standorte ist bemerkenswert hoch) lag die Monatsmitteltemperatur im März 1883 um 6,0 K tiefer als im Durchschnitt von 3,7 °C.

 Ungewöhnlich auch das sehr späte Auftreten der zweistelligen Temperatur-Minima im März 2013.Bis zum 31. d.M. sind in allen beobachteten Zeiträumen negative Nachttemperaturen zu beobachten; der späteste Auftritt zweistelliger Minustemperaturen fand sich bis dato am 19.3.1955 mit –12,3 °C.

 Jetzt also der 24.März 2013 mit – 11,9°C in Wittenberg. Das absolute Minimum der Temperaturen im März stellte sich am 8.3.1965 mit 17,9°C ein. In Wittenberg-Teuchel auf dem Berg.

Ungewöhnlich die Dauer und Höhe der Schneedecke für den März. In vergleichbaren Monaten war meist um die Monatsmitte Schluss mit Schnee. 1970 lag vom 1.3. bis zum 17.3. eine geschlossene Schneedecke mit max. 42 Zentimetern am 7.3. Im Jahre 2001 kam der Schnee sehr spät, vom 26. bis zum 29.3. lag er zwischen 21 und 4 Zentimetern hoch.

 2013 ein vorsichtiger Beginn am 11. März mit einem bis zwei Zentimetern, die zur Monatsmitte fast verschwunden sind; zum Beginn der letzten Dekade erneut Schnee, der am 21.3. 14 Zentimeter in Wittenberg bringt, dieser zum Monatsende auf immer noch 5 Zentimeter schrumpft.

 Besser geht es noch in Zahna mit 18 Zentimetern am gleichen Tage; Jüdenberg hat 16 Zentimeter; Ateritz vermeldet für den 20. 23 Zentimeter; am Monatsende liegen daselbst immer noch 20 cm, während in der Elbaue zu dem Zeitpunkt nur noch Schneeflecken zu finden sind.

Während der Monat frühlingsverheißend mit relativ milden Temperaturen beginnt und bereits am sechsten Tage sehr freundliche, nach dem trüben Februar freudig erwartete 13 bis 15 Grad um die dritte Stunde nach Mittag bringt, fallen die Temperaturen drei Tage später abrupt in den Keller.

  Die täglichen Höchsttemperaturen sind bis zum Rest des Monats zwar bloß an sechs Tagen unter Null Grad zu finden, dafür haben es die nächtlichen Tiefstwerte in sich. Das mittlere Minimum für den März liegt bei 0,2 Grad nach Celsius; im März des Jahres 2013 belief es sich auf minus 4,4 Grad. Ähnlich deutlich zu kühle Verhältnisse beim mittleren Maximum: Norm 7,8 Grad, Ist 2,4 Grad. Sagt alles. Und einen März mit 30 Frosttagen hat’s allhier auch noch nicht gegeben…

  Die absoluten Minima des Monats nicht sehr einheitlich am 14. bzw. 24. zwischen –12 °C in Jessen und Wittenberg, -14,4 °C in Pretzsch und Annaburg. Das E-Min (5cm über dem Erdboden) in Mühlanger – 16,7 °C am 14.3.2013.

 Verantwortlich für das Ganze: „Am Ende der ersten Märzdekade erreichte Kaltluft in der unteren Troposphäre den Norden Deutschlands und im weiteren Verlauf zeitweise den Süden. Zusätzlich sorgt eine geschlossene Schneedecke… mit beachtlicher Höhe für ein winterliches Gepräge.

 In Berlin -Dahlem ist der Monat 4,6 K zu kalt. Abweichungen von mehr als 4 K gibt es… in Niedersachsen, Hamburg und Westmecklenburg. Noch größer ist die negative Temperaturanomalie im Norden Russlands, wo der Monat mehr als 8 K zu kalt ausfällt. Etwas weniger kalt war es in dieser Zeit im südlichen Deutschland mit negativen Abweichungen von 1 bis 2 K“. (Wetterlage FU Berlin 28.03.2013)

 Die Wasserbilanz gibt keinen Anlass zu übermäßiger Begeisterung. Bei der Auswertung der Niederschläge von 27 Beobachtern sind 83 Prozent der zu erwartenden Mengen, die bei 35 bis 43 mm/m² liegen, gemessen worden. Ob die Mengen tatsächlich zur Auffüllung der Bodenwasservorräte beigetragen haben, ist fraglich. Etliche Schneeverwehungen und erstaunlich hohe Verdunstungsraten zum Monatsende waren zu beobachten.

 Gleichwohl, von Wachstum, Bildung und Streben war im März nicht viel zu beobachten, nur zum Monatsbeginn zeigten sich Winterlinge und Schneeglöckchen. Eigentlich müsste zum 20. März das Grünland die Farbe zeigen, der es seinen Namen verdankt, Forsythien hätten am 26.3. in voller Pracht blühen sollen… Es ist halt alles ein bisschen anders in diesem Frühjahr…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für April 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Der Monat war mit einer Monatsmitteltemperatur von 8,9 °C exakt 1,0 K wärmer als im Mittel der Jahre       1961 – 1990. Normal.

Nur 6 Tage mit messbarem Niederschlag, 1 Tag mit Schneefall. Es sind 26,8 mm gemessen worden, das sind nur 65 Prozent  der normalen Niederschlagsmenge für den April. 

An 1 Tag lag eine Schneedecke mit 1 cm Schneehöhe, danach noch 4 Tage mit Schneeresten.

Die Sonnenscheindauer war mit 156 Stunden normal (exakt 99 Prozent).

Es gab 7 Frosttage, 9 Tage mit Frost in Erdbodennähe, ein Sommertag wurde mit Tx 24,8 °C knapp verpasst.

Ungewöhnlich oder nicht so sehr? Der Blick allein auf die Statistik lässt den April ziemlich normal erscheinen, mehr Aufschluss bringt ein Blick auf die Details. Für Wittenberg und Umgebung ist in keinem April seit 1937 so lange eine Schneedecke verzeichnet worden. Okay, was sind zwei Zentimeter in Wittenberg? In Ateritz lagen zum Monatsbeginn noch 17 Zentimeter, die bis zum 6. d.M. bis auf Schneeflecken abgetaut waren; Wiesenburg, okay, Hoher Fläming, meldet am 9. April noch zwei Zentimeter, in Potsdam, noch weiter nördlich sind’s am 7. sechs Zentimeter. Gewiss, kein Vergleich mit den Schneehöhen von Chemnitz, wo es am 7.4. immer noch 12 Zentimeter hatte… Aber, Wiederholung: So lange, so hoch gab’s bis dato im genannten Zeitraum nicht…

  So viel Grund zur Verwunderung besteht indessen kaum; die Tagesmittelwerte in der ersten Dekade des zweiten Frühlingsmonats liegen bis zum 9. allesamt deutlich unter den für die Jahreszeit normalen Werten; am 7.und 8. April finden sich die kühlsten Tage bzw. Nächte des Monats. Von minus drei bis fast minus fünf Grad reichen die Minima der Lufttemperatur; in Erdbodennähe geht es bis minus sechs Grad herunter. Die täglichen Maxima erreichen erst zum Ende des ersten Drittels zweistellige Werte. Vier Grad unter der Norm, das ist die Temperaturbilanz für diesen Zeitraum.

  Sehr zur Erleichterung aller wintergeplagten Zeitgenossen ändern sich die Verhältnisse, die Temperaturen marschieren in Richtung Frühling. Jetzt dominieren die Wärmeüberschüsse, am 15. bereits wird bis auf Pretzsch ein Sommertag knapp verpasst, den gibt’s bei den anderen Beobachtern sehr einheitlich am 18. April, von Jessen über Annaburg, Pretzsch, Mühlanger bis Wittenberg werden 26 bis 28 Grad gemessen (siehe auch Monatsdaten).

  Die Natur kommt endlich in die Gänge, die phänologische Verzögerung von ca. drei Wochen im Osten dieses unseres Landes wird sachte abgebaut. Mit fast fünf Grad (4,7 K in Mühlanger) Temperaturüberschuss geht die zweite Dekade zu Ende, dem auch ein kleiner Kälteeinbruch am 20. und 21. April keinen Abbruch tut.

  Freundlich geht’s weiter mit täglichen Maxima um die 16 bis knapp 25 Grad, noch zwei Tage mit kühler Luft am 27. und 28. sind zu verkraften,  und auch das letzte Drittel des April ist mit einem Überschuss an Wärme von fast drei Grad gesegnet, Ahorn und Kastanie kommen richtig in die Gänge, es ist eine Freude nach dem sehr kühlen Frühlingsauftakt.

  Nicht ganz so erfreulich die Niederschlagsbilanz für den Landkreis. Im Flächenmittel von 26 Beobachtern sind an ganzen sechs Tagen mit messbarem Niederschlag knapp 69 Prozent der zu erwartenden Mengen vom Himmel gekommen; normal wären 40 bis 46 Liter auf den Quadratmeter; gemessen wurden 22 bis 34 Liter auf die Flächeneinheit. Das einzig Beruhigende an der Übung: Die höchsten Monatsmengen kamen kurz vor Monatsende, nachdem die nutzbare Feldkapazität im Beobachtungsgebiet schon mal auf < 30 Prozent in den oberen 15 cm des Bodens abgesunken war.

Das Fazit für den Monat:

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 8,9 bis 9,4 °C war der Monat April im Landkreis zwischen 1,0 bis 1,5 K wärmer als im Mittel der Jahre 1961 – 1990. Sechs bis sieben Frosttagen und vier bis neun Tage mit Bodenfrost, damit lag der o.g. Zeitraum über den normalen Verhältnissen von vier bzw. sechs Tagen. Einen Sommertag gibt’s theoretisch nur alle drei Jahre im Zeitraum 1961 – 1990, im Landkreis waren im April 2013 einer bzw. fünf davon beobachtet worden. 15 Tage mit Niederschlag von mind. 0,1 mm sind zu erwarten, deren sechs vom April 2013 waren deutlich zu wenig, auch wenn die gefallenen 69 Prozent noch als normal gelten dürfen. 0,4 Tage mit einer Schneedecke darf der April haben; 2013 sind in Wittenberg zwei, in Jessen vier Tage mit geschlossener Schneedecke gezählt worden. Die Sonnenscheindauer betrug in Jessen 125 Std., Wittenberg meldete 138 Std., Mühlanger brachte es auf 156 Stunden. Fast ein normaler Monat eben..

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Mai 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Ein sehr angenehmer Monatsauftakt, moderate Maxima der Lufttemperatur, die zwischen 15 und 24 Grad liegen, verfrühte Eisheilige am 4. Mai, welche die nächtlichen Tiefsttemperaturen in Mühlanger auf 1,3 Grad herunterbringen, am Boden leichter Frost.

Und trocken. So trocken, dass schon wieder leichtes Unbehagen nach einem fast zu trockenen April einsetzte. Das Unbehagen hält bis zum 5. – 6. Mai, dann wieder ordentlich Wasser von oben.

 In der zweiten Hälfte der ersten Dekade fallen im Landkreis rund 21 Liter auf den Quadratmeter, die Spanne reicht von 12 Litern in Pretzsch und Vockerode bis zu 30 Litern und mehr in Axien, Abtsdorf, Zahna Nord, Zallmsdorf. So weit, so gut, die Welt schien wieder in Ordnung zu sein, aus Sicht der Phänologen gab’s zwar immer noch Einiges aufzuholen, und der Temperaturüberschuss im ersten Monatsdrittel summierte sich auf gewaltige 2,7 Grad.

 Die zweite Dekade beginnt etwas unterkühlt, bleibt kühl bis zum 14. Mai, einen Tag später gibt’s den ersten Sommertag im Landkreis, 25 bis 27 Grad werden in Wittenberg, Mühlanger, Pretzsch, Annaburg und Jessen aufgeschrieben. Je nach Standort und Lage der Beobachter kommen noch ein bis drei Sommertage in diesem Monat dazu, alles ziemlich normal. Auch diese Zeitspanne geht mit einem Wärmeüberschuss aus dem Rennen, exakt 1,5 Grad höher als im langjährigen Mittel.

 Wasser zur Monatsmitte ziemlich dürftig, nur vier bis 18 Liter hatte es im Landkreis gegeben, das hat an einigen Standorten nicht einmal zum Ausgleich der täglichen Verdunstungsmengen gereicht.

 Ab dem 20. Mai setzt Abkühlung ein, ziemlich plötzlich gehen die Temperaturen auf Werte um drei bis fünf Grad unter normal zurück, die täglichen Maxima betragen nur noch 12 bis 19 Grad, weil kühle Meeresluft herangeführt worden war, etwas später von arktischer Kaltluft abgelöst, welche sich langsam nach Südosten verlagerte. Kalte Luft war denn auch der Grund für ein deutliches Temperaturdefizit für das letzte Monatsdrittel, welches 2,1 Grad kälter als normal endete.

 Die Beschreibung der sich Wetterlage nach dem 20. Mai liest sich so:  Berliner Wetterkarte v. 24.Mai:           „Der Tiefdruckwirbel BOB hat sich mit seinem Kern von Südnorwegen zur Nordsee vor die Küste Englands verlagert. Dabei bildete sich eine gut ausgeprägte Wolkenspirale, die noch Ostengland erfasst. In Weybourne an der Nordsee wurden in der Nacht 12-stündig 10 l/m² gemessen. (Am) Vormittag verlagerte sich dieser Wirbel über Südostengland unter Abschwächung in Richtung Nordfrankreich. Dabei stieg der Druck an seiner Nordflanke bis zu 5 Hektopascal in drei Stunden, wobei sich ein Sturmfeld mit Beaufort 9 über weiten Teilen Mittelenglands entwickelte.

 Im Bereich der von der Nordsee nach Nord- und Westdeutschland einfließenden maritimen Artikluft zog das Niederschlagsfeld nur sehr langsam weiter nach Osten, kam über die Linie Hof – Magdeburg – Lübeck nicht hinaus. Stellenweise gab es sehr ergiebigen Regen: In Braunschweig wurden 48-stdg. 34 l/m² gemessen, in Faßberg 45,7 l/m².

 Während (am 23. Mai) die Temperaturmaxima im Osten Deutschlands auf 15°C stiegen, wobei die Sonne 12 bis 14 Stunden lang schien, blieben sie im Westen des Landes bei Regen… unter 10°C.

 Im Bereich des gut ausgeprägten Höhentroges hatte sich dieses Regengebiet gebildet und zog nahezu strömungsparallel nord- bis nordwestwärts. Dabei sank die Temperatur in Höhen um 1000 m unter den Gefrierpunkt, wobei vom Kahlen Asten Schneeregen gemeldet wurde, auf dem Brocken entstand eine Schneedecke von 13 cm Höhe. Die Kaltluft erreichte die Südalpen, wo in der Nacht in den Höhenlagen ab 2000 m um 20 cm Schnee fiel, in Paganella (2125 m) und Passo Rolle (2004 m).

 Wo es in der Nacht in Mitteleuropa aufklarte, sank die Temperatur stark ab: In der Eifel wurde in Nürburg ein Minimum von -0,8°C gemessen, am Boden -2°C. In Düsseldorf wurden in 2 m Höhe  0,6°C erreicht, am Boden -3°C. In einem großen Gebiet zwischen Münster, Rheine, Twente und Ahaus gab es Bodenfrost um -2°C. Bodenfrost meldeten Ückermünde mit -2°C, Barth und Putbus mit -1°C.

 Das mitteleuropäische Höhentief soll sich den Prognosen zufolge in den nächsten Tagen über Frankreich nach Norditalien und bis Montag zur Balkanhalbinsel verlagern.

 Damit wird das südosteuropäische Tief CHRISTOFFER nach Westen gesteuert und soll (am 25.) und (26.) in Deutschland regnerisches und sehr kühles Wetter bringen. Für den Osten Deutschlands wird für (den 25.) vom DWD zum Teil Starkregen vorhergesagt, die NOAA-Prognose bringt dies (fast 40 l/m²) erst am (26.).“

  Für die 26 ehrenamtlichen Niederschlagsbeobachter im Landkreis brachte diese Wetterlage Niederschlagsmengen am 25. Mai zwischen 38 Litern in Hundeluft, Stackelitz, Zahna Süd und Zalmsdorf und Abtsdorf. Um die 30 Liter fielen in Gräfenhainichen und Jüdenberg, Wittenberg, Eutzsch, Seegrehna, Heinrichswalde, Mühlanger, Wartenburg, Seyda, Axien, Jessen, Schmiedeberg und Ateritz und Vockerode. 23 bis 26 Liter bekamen Pretzsch, Annaburg und Söllichau. Am folgenden Tage fielen nochmals verbreitet 5 bis 14 Liter auf den Quadratmeter, das waren an den zwei Tagen schon 43 Prozent der zu erwartenden Monatssumme.

 Zum Monatsende kamen durch die Niederschlagsfelder der V-b-Lage nochmals im Landkreis Regenmengen zwischen 22 mm in Wartenburg und 48 mm in Zahna Nord zusammen, im Mittel aller Beobachter waren es in den zwei Tagen 33 Liter. Im Flächenmittel des Landkreises sind (relativ)  239 Prozent des 30-jährigen Mittels gefallen, die Spanne lag bei 113 Litern für Stackelitz und 170 Litern für Gräfenhainichen. (siehe Grafik)

 Die anfängliche Befürchtung, der Mai 2013 könnte, wie in den letzten Jahren des Öfteren passiert, zu trocken bleiben, wurde nicht bestätigt. Das blanke Gegenteil ist eingetreten, am 8. Juni 2013 passierte eine Hochwasserwelle mit einem Pegelstand von 6,91 Metern und einer max. Abflussmenge von 5018 m³/s um 08:00 MESZ Wittenberg. Die Abflussmenge 2002 betrug angeblich 4130 m³/s bei einem Pegel von 7,06 Metern. Bilder aus den Hochwassergebieten waren im Internet zu verfolgen.

  Eine Ursache für die wiederum teilweise verheerenden Zustände nicht nur am Oberlauf der Elbe waren ergiebige Niederschläge im Mai auch in der Tschechischen Republik, die an 22 bis 28 Tagen im Mittel von 187 Niederschlagsstationen an allen Flüssen, die nach Norden bzw. zur Elbe entwässern, 112 Liter auf den Quadratmeter brachten, das sind 151 Prozent der mittleren monatlichen Niederschlagssumme. Vom 1. bis zum 5. Juni fielen nochmals 67 Liter auf den Quadratmeter, macht knapp 84 Prozent der Menge für den Juni. Sind also in 36 Tagen 179 Liter im Mittel von 187 Stationen gewesen; die höchsten Niederschlagsmengen lagen dabei zwischen 275 und 336 Litern. Dass solche Mengen Spuren hinterlassen, muss nicht verwundern, ist aber nur die halbe Wahrheit…

  Das Fazit: Ziemlich einheitlich geht der Mai 2013 mit einem Überschuss von 0,5 Grad zu Ende; 13,1 Grad nach Celsius hätten gereicht. Bei der Anzahl der Sommertage geht’s nicht ganz so einheitlich zu, die „Hangstationen“ melden zwischen zwei und sechs Tagen mit Maxima >= 25 Grad.

 Einen Tag mit Bodenfrost hat es in der Elbaue gegeben, ansonsten waren die Eisheiligen sehr zurückhaltend im Mai 2013.

  Die Sonnenscheindauer war mit 150 bis 160 Stunden doch etwas kürzer als erwartet, das entsprach nur einer relativen Länge von 72 bis76 Prozent für Wittenberg bzw. Mühlanger.

 Die relativen Niederschlagsmengen sind der Grafik zu entnehmen. An fünf Tagen hat es Gewitter meist leichter, gelegentlich mittlerer Intensität gegeben. Eins muss dabei von besonders heftigen Ausmaßen gewesen sein: Am 31. Mai hat es über Jessen in ca. 30 min am Weingut Hanke 29,3 Liter auf den berühmten Quadratmeter hinterlassen, schwere Schäden und Bodenerosionen waren die ersten sichtbaren Folgen… Nee, ein normaler Mai war das nicht…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Juni 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Der Juni des Jahres 2013 dürfte in Mitteleuropa in Erinnerung bleiben. Das zweite „Jahrhunderthochwasser“ in elf Jahren, nach angeblichen Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes seien alleine in den betroffenen Bundesländern Bayern, Sachsen, Thüringen und Hessen in den vier Tagen des Starkregens zwischen 30. Mai und 2. Juni insgesamt 13,4 Milliarden Kubikmeter Niederschlag aufgezeichnet worden.[17] (WIKIPEDIA( Flut hat in Passau 800 Häuser beschädigt. welt.de vom 7. Juni 2013)),  für Sachsen-Anhalt sind am 09.07.2013 Schäden in einer Höhe > 2 Mrd. Euro vermeldet worden, eine vorläufige Summe wohlgemerkt. Im Landkreis Wittenberg waren am 3. Juni 2013 erste Maßnahmen zum Hochwasserschutz eingeleitet worden, vom 5. Juni 11:50 Uhr bis 11. Juni 2013, 18:30 Uhr galt der Katastrophenfall. Mehr als 5200 Helfer waren im Einsatz, um mehr als 20 Sicherungsmaßnahmen an Deichfuß und Deichkronen im Landkreis auf einer Gesamtlänge von mindestens 20 km an der Elbe und mehr als 10 km an der Schwarzen Elster zu gewährleisten.

Die Einsatzschwerpunkte waren an der Elbe: Sachau, Priesitz und Pretzsch über Dabrun mit den Deichanlagen am Dabruner Weinberg, zwischen Boos und Pratau, in Elster (Elbe), Isterbegka und Mühlanger bis Wörlitz und Vockerode; an der Schwarzen Elster von Premsendorf über Schweinitz, Klossa, Jessen (Elster) bis Gorsdorf-Hemsendorf. Wer es noch detaillierter will: Im Internet bei Landkreis Wittenberg: Daten Fakten Hochwasserkatastrophe im Landkreis. Hier gleich der Link:

http://www.landkreis-wittenberg.de/pics/medien/1_1371036251/FaktenHochwasserLKWB2013.pdf

  Im Mai-Rückblick ist kurz auf die meteorologischen Ursachen der Kalamität eingegangen worden, das soll an dieser Stelle etwas detaillierter geschehen. Wenn von tagelangen Regenfällen in den meisten Verlautbarungen die Rede ist, ist es schlicht untertrieben. Im gesamten Einzugsgebiet von Moldau und Elbe sind im Mai an mindestens 22 bis max. 28 Tagen messbare Niederschläge gefallen.

  Die mittl. Monatssummen im Mai betrugen bei 32 Stationen des CHMU im Flussbereich Berounka 118 mm mit Maxima von 160 mm; an der Oberen Moldau 111 mm an 35 Stationen, die Maxima erreichten 160 mm. Im Flussbereich Untere Moldau sind bei 24 Beobachtern 109 mm mit Maxima von 148 mm registriert worden. An der Ohre (Eger) kamen an 27 Stationen im Mittel 110 mm bei Maxima bis zu 154 mm. Der Einzugsbereich der Labe / Elbe ist mit 70 Niederschlagsbeobachtern des CHMU versehen, dort fielen im Mittel wieder 111 mm, die Maxima erreichten vereinzelt 178 mm Niederschlag.

Heißt: Sämtliche Speicherkapazitäten der Böden waren sehr gut gesättigt. Die mittl. Niederschlagssummen für den Mai liegen in den genannten Flusseinzugsgebieten bei 74 mm, es sind im Mittel der Einzugsgebiete 150 bis knapp 160 Prozent der langjährigen Summen gefallen. Das nur im Mai.

  Die Auswirkungen der Vb-Lage sind teilweise bekannt. Bis zum 5. Juni sind gefallen im Flussbereich der Berounka:  57 mm bei Maxima von 134 mm; an der Oberen Moldau 85 mm bei Maxima von 135 mm; im Einzugsbereich der Unteren Moldau 71 mm bei 142 mm im Maximum. Der Flussbereich der Ohre/Eger erhielt im Mittel 62 mm bei Maxima von 121 mm. Die Elbe war nur mit 63 Litern auf den Quadratmeter dabei, in den Gipfelregionen des Riesengebirges sind bis 159 mm registriert worden.

  Macht im Durchschnitt bei 84 Litern auf den Quadratmeter für den Juni noch einmal 68 bis 101 Prozent. Für fünf Tage… Der Rest des Junis brachte nochmals 13 bis 16 Tage mit messbarem Niederschlag, in Mengen, die für eine zweite, wenn auch deutlich geringere Hochwasserwelle reichte.

  In summa fielen im Juni in den Einzugsbereichen der Berounka 116 mm = 138 Prozent; im Bereich der Unteren Moldau 150 mm = 179 Prozent; Flussbereich Obere Moldau 170 mm = 202 Prozent, das Elbeeinzugsgebiet erhielt 163 mm = 194 Prozent, an der Ohre/Eger gab’s nur 141 mm = 168 Prozent.

  Eine Frage bleibt trotzdem: Am 22.05. prognostizierten die Meteorologen der FU Berlin / Berliner Wetterkarte: „Am 22. Mai entstand der Tiefdruckwirbel CHRISTOFFER, an dessen Ostflanke heiße Wüstenluft (cT) nordwärts strömte (Höchstwert von Benina 36,4°C). Dieser Tiefdruckwirbel wird einige Bedeutung für Mitteleuropa erlangen, er soll über den Balkan nach Polen ziehen und mit Westkurs den Norden Deutschlands überqueren. In welchem Ausmaß sein Regengebiet den Berliner Raum beeinflusst, lässt sich heute nicht absehen.“

 Am 23.05. hieß es: „…verstärkte sich der Tiefdruckwirbel CHRISTOFFER auf einen Kerndruck von weniger als 995 hPa… Im wesentlichen war der Warmluftsektor von feucht-warmer Subtropikluft (xS) erfüllt, die im Frontbereich gehoben wurde und in Serbien zu heftigen Nachtgewittern führte: In Smederevska Palanka fielen in 12 Stunden 44 Liter. In zentralen Teilen Italiens traten nachts schwere Gewitter auf, die Rom eine Niederschlagsmenge von 46 Litern brachten.“

  Die Zugbahn war bekannt, die großen Niederschlagsmengen ebenso. Und obwohl es schon etliche Tage vorher in der Ceska Republika ordentlich geregnet hatte, lassen die ebenso vom CHMU vermeldeten Abflussmengen der Moldau und Elbe nur den Schluss zu, dass erst um den 2. oder 3. Juni die Stöpsel gezogen wurden, heißt: Die Abflussmengen in Usti n.L. waren von 380 m³/s im Monatsschnitt Mai auf 3460 m³/s am 05. Juni gestiegen und erreichten einen Tag später mit 3660 m³/s ihr Maximum; im August 2002 waren maximale Abflüsse von 4700 m³ in der Sekunde bestimmt worden…

Die Niederschlagssummen und Abflussmengen sind von den täglichen Veröffentlichungen des CHMU im Internet abgeleitet

http://hydro.chmi.cz/hpps/hpps_act_rain.php und  http://hydro.chmi.cz/hpps/hpps_oplist.php?

  Die zweite Hochwasserwelle reichte zwar nur für die Alarmstufe 1 in Wittenberg, brachte einen max. Pegel von 5,41 m bei 1557 m³/s maximaler Abflussmenge am 29. Juni; knapp ein Drittel der Mengen vom Monatsanfang; zum Auffüllen potentieller Mückentümpel hat es allemal gereicht. Das Ergebnis ist gut hör – und spürbar, nicht nur in unmittelbarer Elbnähe. Autan und Insektengitter sollen Mangelware geworden sein…

  Der Rest vom Monat ist nicht übermäßig spektakulär im Revier. Leicht unterkühlter Monatsauftakt mit kräftigen Niederschlägen, die 10 von 26 Beobachtern den meisten Regen des Monats bringen, die kühlsten Nächte sind für den 5. Juni aufgeschrieben worden, alldieweil nur fünf bis sieben Grad gemessen werden konnten. 0,4 K unter Normal, so geht die 1. Dekade zu Ende.

  Das zweite Drittel bringt Erwärmung, am 18. bis zum 20. gibt’s die drei Heißen Tage des Monats, zwischen 33 und 35 Grad befinden sich die Höchsttemperaturen in diesem Zeitraum, da noch dem Hochwasser zu trotzen ist, zum Glück kommt am 20. am späten Nachmittag eine hübsche Kaltfront mit kräftigen Gewittern zwischen 19:00 MESZ und 23:00 MESZ (für Mühlanger), die im Gegensatz zu anderen Regionen keine allzu großen Schäden hinterlassen, obwohl wieder großes Ungemach prognostiziert worden war. Also beschränkt sich der Verdruss darauf, am Folgetage größere Regenmengen messen zu müssen; zwischen 11 und 30 Liter waren im Landkreis heruntergefallen. Zu warm die Dekade, ein Plus von 4,8 K war zu registrieren.

  Das Monatsende bringt wieder Abkühlung, so viel, dass nur Unmut über diesen schrecklichen Sommer zu vernehmen ist, einige Frösche behaupteten, eine verspätete Schafskälte hätte uns ereilt. Ja, Temperaturmaxima von 15 bis 19 Grad sind für Ende Juni wirklich nicht viel. Vier Tage mit messbarem Niederschlag, am 25. nochmals ergiebig, der Abschnitt bringt ein Temperaturdefizit von 1,1 K und schafft es nicht, den großen Überschuss aus der zweiten Dekade auszugleichen.

   Das Fazit: Zwischen 0,7 und 0,9 K wärmer als im Mittel der Jahre 1961 bis 1990 war der Juni 2013 gewesen, ziemlich normal, alldieweil die Mittl. Abweichung 1,1 K beträgt.

  Drei Heiße Tage und drei bis neun Sommertage hat’s gegeben, Frost und Eistage sind uns erspart geblieben. Dafür bei nur 12 bis 14 Tagen mit messbarem Niederschlag im Flächenmittel des Landkreises 136 Prozent der zu erwartenden Mengen. Details bei Daten Landkreis bzw. RR-Karten.

 Ganze drei Tage mit Gewitter; Sonnenscheindauer mit 93 bis 123 Prozent ziemlich normal. Alles in Allem ein normaler Monat ? Eher nicht… Zuviel Wasser von unten.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Juli 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Bemerkenswert allemal. Monatmitteltemperatur deutlich über den normalen Werten, Niederschlagsmengen trotz fast dreiwöchiger Trockenheit im normalen Bereich…

  Sieben Sommertage in der ersten Dekade, die Maxima moderat in diesem Zeitraum zwischen 23 und 28 Grad; die Nachttemperaturen allemal um die 10 bis 17 Grad, Erholung von der Wärme des Tages.

 Niederschläge nur am 1. und 4. des Monats, zwischen 6 und 20 Liter sind in diesem Zeitraum vom Himmel gefallen. Dann folgen 20 Tage ohne nennenswerte Wassermengen, die vom Himmel hätten fallen können müssen.

 Sechs Sommertage im zweiten Monatsdrittel bei nur einem Tag mit messbarem Niederschlag, ein bisschen wenig, auch wenn ein Teil der Landwirte darüber erfreut gewesen sein dürfte, dass die Getreideernte zügig über die Runden gehen konnte, auch wenn sie in diesem Jahre wegen des sehr kühlen Märzen so an die 10 Tage später begonnen hatte.

  Fast zwei Grad wärmer endet die erste Dekade, die zweite ist 1,3 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Dann kommt die große Wärme und haut die gesamte Statistik über den Haufen. Ab dem 22. Juli liegen die Tagesmittel der Temperatur bis zum 28. Juli zwischen 5 und 9 Grad über dem Normalen, alle sechs heißen Tage des Monats finden sich in diesem Zeitraum.

 Am wärmsten ist es bei allen Temperaturaufschreibern am 27. Juli, alldieweil 35 Grad und etwas mehr in Jessen und Pretzsch gemessen werden, etwas „milder“ bleibt’s in Annaburg und der Elbaue, wo noch 34 Grad, in Wittenberg 34,4 Grad beobachtet wurden. Das Gewitter am Abend des 27. brachte, wenn überhaupt, nur weit im Süden etwas Wasser; das Gewitter am folgenden Morgen zwischen 2 Litern in Gräfenhainichen und 10 Litern in Vockerode, das Gros der Beobachter musste sich mit Mengen zwischen 3 und 7 Litern zufriedengeben.

  Am 29. endlich die lang ersehnte Abkühlung und Dusche: Kühlere Meeresluft hatte sich für den Rest des Monats etabliert, in der die Maxima von fast 34 Grad nur noch um die 25 bis 26 Grad lagen. Der Frontdurchgang brachte im Landkreis teilweise beachtliche Mengen an Niederschlag, der zwischen 24 bis 25 Liter auf den Quadratmeter in Annaburg, Stackelitz und Eutzsch brachte, Pretzsch kriegte bei dem Theater fast 31 Liter ab. Um die 7 bis 12 Liter gab’s nur am südlichen Flämingrand in Straach und Zahna, während in der Elbaue 15 bis 20 Liter herunterfielen. Am Südwestrand der Dübener Heide wurden noch 7 bis 14 Liter eingesammelt. Die folgenden Tage bis zum Monatsende brachten noch geringe Mengen meist im einstelligen Bereich um 1 bis 3 Liter. Gereicht hat es dennoch für eine der Monatsnorm entsprechende Summe, und das nach (s.o.) 20-tägige Trockenphase.

  Das Fazit: 2,4 bis 2,8 Grad höher als im langj. Mittel von 1961 – 1990 lag die Monatsmitteltemperatur im Juli 2013, also bei 20,6 bis 20,8°C statt nur 18,1 °C.

 6 bis 9 Heiße Tage wurden ermittelt, gereicht hätten deren 4. An Sommertagen wurden 18 bis 26 gezählt, das war das Doppelte der normalen Zahl. Bei der Anzahl von 6 bis 10 Tagen mit messbarem Niederschlag ist der Monat unter den Erwartungen geblieben, dennoch erreichte das Flächenmittel der Niederschläge im Landkreis Wittenberg bei 25 ausgewerteten Beobachtungen noch 90 Prozent vom langjährigen Mittel, wobei zwischen 44 und 58 Litern zu erwarten sind.

  Bei der Sonnenscheindauer ergibt sich ein Überschuss von 47 Prozent in der Elbaue; 315,5 Stunden sind registriert worden; gereicht hätten 224 Stunden.

  Für Wittenberg ist der Juli 2013 der 6.wärmste seit 1937 für Wittenberg gewesen; die ersten drei Plätze gehen an den Juli 2006 mit einem Plus von 5,7 Grad, 1994 ein Plus von 5,2 Grad, den dritten Platz nimmt der Juli 2010 ein bei einem Temperaturüberschuss von 4,1 Grad nach Celsius.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für August 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

  Warm, wärmer, wärmstens begann der Monat, rekordverdächtig nicht. Die 34,7 Grad am 2. August waren längst nicht das Wärmste, was ein August in oder für Wittenberg bereit hielt.

  38,5 Grad gabs 1992; 37,7 Grad im August 1943, da erscheint das Maximum vom Monatsanfang noch sehr moderat. Dennoch, wohl dem, der gen Norden fliehen konnte, um in Meeresnähe das Ende der Hitze abzuwarten. Das kam recht schnell, am 7. bereits waren die folgenden Tage hitzefrei.

  Das Ende der großen Wärme kam alles andere als gemütlich daher. Am 4. August, des Sonntags, zog am Nachmittag gegen 15:00 MESZ ein westlich von Dessau liegendes Gewitter schön parallel zur Elbe, dieses Areal nördlich und südlich davon mit kräftigstem Niederschlag zu beglücken.

 Gegen 16:15 MESZ über Wittenberg und Mühlanger, 15 min später: Vorüber. Richtig betroffen von dieser Zelle (von Nord nach Süd) Zalmsdorf mit 34,4 mm; Mühlanger mit 32,2 mm; Eutzsch 32,5 mm. Diese Mengen kamen zwischen 16:14 und 16:35 MESZ herunter. Die Folge: Garage abgesoffen… Eine zweite etwas kleinere Zelle brachte eine Stunde später nur 1,5 mm.

  Zwei Tage später: Noch ein Riesending, welches von SW über Zenit nach NE zog, an der Elbe sich teilte, um mit zwei Kernen in genannte Richtung zu ziehen. Bei diesem Ereignis: In gut 15 Minuten fielen um die 24 Liter auf den Quadratmeter. Ohne die Garage unter Wasser zu setzen.

 Deutlich mehr Ungemach haben beide Schwergewitter südlich der Elbe hinterlassen. Zwischen Seegrehna und Selbitz steht Mais, teilweise fehlen 50 Prozent vom Blattapparat. In Eutzsch ist eine Scheune zur Hälfte abgedeckt worden, bei Radis waren Bäume in die Fahrleitung der ICE-Strecke Berlin – Leipzig gestürzt; in Pannigkau gabs umgestürzte Kastanien, schweren Hagel in Eutzsch. Die Bahnstrecke Dessau – Wiesenburg war zeitweise gesperrt, auch dort Bäume in der Fahrleitung.

  Ein Link zu Artikel und Fotostrecke: http://www.mz-web.de/bilder/21102046,21102046.html        –

  Unwetter im Landkreis Wittenberg

  Für die Schäden am 6. ist eine Windhose nicht auszuschließen, auch wenn i.M. keine konkreten auswertbaren Augenbeobachtungen vorliegen.

  Jedenfalls sind in den Tagen vom 4. bis zum 10. August im Landkreis 30 bis 60 Liter gefallen, macht im Mittel 49 Liter, das waren schon fast 80 Prozent der zu erwartenden Regenmenge. Nicht schlecht nach der großen Wärme, deren Überschuß an manchen Tagen 8 Grad zum langjährigen Mittel betrug. Die aufregende erste Dekade des August ist 3 Grad zu warm gewesen.

  Feucht geht es bis zur Mitte der zweiten Dekade weiter, die täglichen Maxima erreichen mit Mühe die 20 Grad, dann folgen drei Sommertage, moderate 26 Grad, dann wieder kühl. Die Temperaturen in den Nächten bei acht bis 13 Grad, erholsamer Schlaf garantiert. Im genannten Zeitraum fallen im Mittel des Landkreises knapp 15 Liter Wasser auf den Quadratmeter, nicht viel, gewiß, aber das Monatssoll bei Niederschlag ist erreicht, es liegt im Flächenmittel des Landkreises bei 63 Millimetern.

Leicht unterkühlt ist diese Abschnitt, um 0,3 Grad weniger als die Norm erlaubt. Angesichts einer relativ hohen möglichen Abweichung von einem Grad für den August erübrigt sich jedes Lamento.

  Das letzte Drittel war etwas wärmer, 0,9 Grad über Norm, dennoch erträgliche Zeiten. Die Maxima erreichen an vier Tagen den Status eines Sommertages, die Nächte teilweise schon richtig kühl, keine 15 Grad mehr, hübsch frisch am 29. mit Minima um 7 bis 9 Grad, 6 bis 7 Grad in Erdbodennähe.

  Und kein nennenswerter Niederschlag mehr. Wie auch, Soll erfüllt. Dafür ordentlich Sonne. In den ersten 20 Tagen des Monats kam jede Dekade auf 82 bzw. 81 Stunden, die letzte brachte 99 Stunden, und das bei abnehmender Tageslänge. Dennoch, die (scheinbare) Trockenheit hat genervt.

  Das Fazit: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 19 Grad war der August 2013 1,4 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1961 – 1990. Die Mittlere Abweichung der Temperatur beträgt 0,9 Grad. Also darf dieser Monat getrost das Attribut „zu warm“ tragen. Drei Heiße Tage und 14 Sommertage sind gezählt worden, auch deren Anzahl lag etwas über den Erwartungen (2,4 bzw. 11,6 Tage).

 Die Sonnenscheindauer mit 262 Stunden für Mühlanger knapp 30 Prozent über der langj. Summe, das waren 15 Prozent über der Mittl. Abweichung für den August, also auch: Zu viel Sonne.

  Bei den Niederschlägen ist der Landkreis mit einem Flächenmittel von 101 Prozent bei 25 Niederschlags-meldungen gelandet; die Spanne reicht dabei von 44 bis 149 Prozent, in Zeiten überwiegender Schauerniederschläge nicht anders zu erwarten.

 Und die weiteren Aussichten: Es wird Herbst…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für September 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Leicht unterkühlt begann der September, zwei Tage bleib die mittlere Lufttemperatur ca. 1 K unter der Norm, dann kam noch einmal richtig Wärme in die Region. Vom 05. bis zum 08. September Sommer, vier richtig schöne Sommertage, am 07. der wärmste Tag. Von Wittenberg bis Jessen sind 28 bis 29 Grad im Maximum gemessen worden; kein Grund zur Besorgnis; es sind allhier schon 33 Grad im September gemessen worden, auch wenn dies seit 1937 nur zweimal vorgekommen ist, im Jahre 1947 und 2009. Auch vier Sommertage sind zwar viel, dennoch, deren 13 im September hat es auch schon gehabt, wieder im Jahre 1947, deren 14 im Jahre 1982 und 1999.

Entsprechend warm auch die Monate selbst: Ein Plus von 3,5 K für den September 1947; Plus 3,4 K 1982 und für den September 1999 gab’s einen Überschuss von 4,3 Grad Kelvin.

 Anschließend kühle Witterung, die für einen allmählichen Abbau der statistischen Temperaturüberschüsse sorgte. Ging die erste Dekade noch mit einem Plus von 1,1 K zu Ende, waren die Dekadenmittel der folgenden Zeiträume 1,2 Grad zu kühl.

 Die Abkühlung ging einher mit markanten Niederschlagsereignissen.

  Ein Tiefdruckgebiet namens OBAMA zog seit dem 08.09. über die Nordsee nordwärts und brachte den Benelux-Ländern und dem westlichen Niedersachsen Regenmengen um 20 l/m².

 Gleichzeitig verstärkte sich das POLYKARP genannte Wellentief in der Nacht über der Lausitz und brachte an seiner Westflanke starke Aufgleitniederschläge. 24-stündig gab es in Halle-Kröllwitz 46,3, in Osterfeld 41,1 Liter.

 In einem breiten Streifen vom Bodensee über Bayern und Thüringen bis nach Sachsen-Anhalt und dem westlichen Brandenburg wurden mehr als 20 l/m² gemessen.

 Am Vormittag des 09. schwächten sich die Niederschlagsprozesse ab und im Berliner Gebiet gab es 6-stündig bis Mittag nur 10 bis 12 l/m², in Potsdam 12-stündig 17 l/m². (BWK vom 09.09.2013)

 Die Niederschlagsmengen im Landkreis bewegten sich in Größenordnungen von 16 bis 39 Litern auf den Quadratmeter, das waren auch die größten Tagessummen für den gesamten Monat September.

  Die unbeständige und kühle Witterung setzte sich für die folgenden Tage bis zum 21. September fort, am 17. lag die Tagesmitteltemperatur in Mühlanger 4,4 K unter der Normaltemperatur für diesen Tag, obwohl die Sonne mehr als sieben Stunden lang schien.

 An acht von zehn Tagen Niederschlag, auch wenn das Dekadenmittel nur bei etwas mehr als der Hälfte der ersten Dekade lag (16,8 zu 30,5 mm).

 Leichte Milderung bei den Temperaturen vom 22. bis zum 24. September, dann wieder runter in den Keller: Fast vier Grad unter dem langjährigen Temperaturmittel ist der 28. September gewesen; zwischen einem und drei Grad liegen die Minima an diesem Tage, Annaburg will gar –0,4 Grad gemessen haben; die Minima am Erdboden liegen in Wittenberg (107 m ü.NN) bei 0,8 Grad, in der Elbaue (70 m ü.NN) bei 0,6 Grad Celsius. Die letzte Dekade endet 1,2 K unter Norm.

 Wasser in diesem Zeitraum sehr spärlich, im Mittel des Landkreises wurden nur noch 4,7 mm gemessen, die letzten ergiebigen Niederschläge hatte es am 26. gegeben, dann folgte eine Durststrecke…

  Das Fazit: Unwesentlich unter der Norm lag die mittlere Lufttemperatur im September 2013, die Abweichungen betrugen 0,1 bis 0,5 K im Landkreis. Vier Sommertage gab’s, Gewitter keine, 14 Tage mit messbarem Niederschlag erbrachten ein Flächenmittel von 121 Prozent bei einer Streuung von 95 bis 166 Prozent.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Oktober 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Ein bisschen wechselhaft, meist etwas kühl und nass; so war der Oktober 2013 zu erleben. Der Monatsanfang deutlich zu kühl, drei bis vier Grad unter den normalen Tagesmitteltemperaturen, dann sind die nächsten drei Tage fast normal, vom 10. bis zum 18. Oktober durchgehend kühl. Die erste Dekade ist um 1,3 K kühler als erlaubt. Um die 15 (Zahna Süd) bis 24 (Söllichau) Liter fallen zum Ende (am 10.) dieses Zeitraumes. Zu Beginn der Dekade vier Nächte mit leichtem Frost in Erdbodennähe: E-min bis zu minus 3,6 °C am 2.10.; das war das absolute E-Min im Oktober 2013.

 Der Auftakt des zweiten Monatsdrittels sehr nass . Ein Tiefdrucksystem namens Xenon hatte hochreichend kalte und labil geschichtete Luftmassen von der Nordsee und dem Nordmeer nach West- und Mitteleuropa gelenkt. Die Kaltfront des Tiefs hatte am 10. Oktober Ostdeutschland und den Alpenrand erreicht, kam anschließend nur noch sehr langsam nach Osten voran und wurde stationär. Auf der Rückseite ging die Temperatur zurück, so dass die Schneefallgrenze am Nachmittag im Süden bis auf 700 Meter sank. Um 18 UTC lag die Temperatur im Alpenvorland nur noch zwischen 0 und 3°C, es bildete sich in höheren Lagen verbreitet eine Schneedecke aus, die auf dem Hohenpeißenberg am Abend 16 cm war.

 In der Nacht schneite es im Bergland anhaltend. Bis 06 UTC waren am Alpenrand z.T. 50 Liter gefallen. Auf dem Hohenpeißenberg entstand eine geschlossene Schneedecke von 35 cm, in Mittenwald 42 cm und in Garmisch-Patenkirchen 16 cm hoch war. Die Schneefälle verursachten lokal Probleme für den Straßenverkehr.

 Ein zweiter Schwerpunkt mit hohen Niederschlagsmengen war in Sachsen und entlang der südlichen Elbe zu finden, wo um die 20 Liter fielen. (Wetterlage der FU Berlin vom 11. und 12. Oktober 2013)

 Im Landkreis Wittenberg fielen am 11. Oktober im Mittel aller Beobachter 23 Liter a.d. Quadratmeter, das Gros der Niederschläge zwischen 12 und 20 Uhr MEZ. Die Spanne der Regenmengen reichte von 17 Litern bis zu 28 Litern in Seegrehna südlich von Wittenberg. Die Niederschläge setzten sich am 12. fort, an diesem Tage fielen nochmals 12 Liter a.d. Quadratmeter im Mittel der 26 Beobachter, die Spanne ging von 3 Litern für Annaburg bis zu 29 Litern in Hundeluft. Bei diesen Niederschlagsmengen war die erwartete Summe von 38 mm im Mittel des Landkreises um 17 mm übertroffen worden.

 Etwas verregnet und leicht unterkühlt ging die Witterung bis zum 19. Oktober weiter. Ab dem 20. stiegen die Temperaturen deutlich an, der 22. Oktober brachte mit 21 bis 23 Grad bei den Temperaturaufschreibern den wärmsten Tag des Monats. An zehn Tagen im letzten Monatsdrittel Überschüsse der Wärme zwischen 1 und 8 Grad. Fünf Tage mit messbarem Niederschlag, die mittlere Dekadensumme im Landkreis (nur) 12 Liter, dabei wurden zwischen 16 Liter in Ateritz und 6 Liter in Söllichau registriert.

 Der letzte Tag des Monats bringt wieder Abkühlung, zwischen minus 2,3 °C in Pretzsch und minus 0,6 °C in Annaburg ist die tiefste Temperatur des Monats in 2m über Grund zu finden; am Erdboden geht die Temperatur in Mühlanger auf minus 3,5 °C, in Wittenberg auf minus 2,0 °C.

 Das Fazit: Um 1,8 Grad war der Oktober wärmer als im Mittel der Jahre 1961 – 1990; macht fast garnix, deutlich wärmere Oktober hatte es in den Jahren 2001 gegeben (+ 3,4 K) und 1967 (+ 2,6 K).

 Die Sonnenscheindauer war mit 106 Stunden (Wittenberg) bzw. 120 Stunden (Mühlanger) fast normal.

 Nicht normal die Niederschlagsmengen. 200 Prozent im Mittel der 26 Beobachter im Landkreis; die 250 Prozent für Ateritz sind die absolute Spitze im Oktober 2013; mit (nur) 172 Prozent sind Zahna Süd und Zalmsdorf abgefertigt worden, das sind immer noch fast 67 Liter a.d. Quadratmeter gewesen.

 Die 181 Prozent für Wittenberg sind auch nur gutes Mittelmaß; es finden sich seit 1891 etliche Monate, die um die 70 bis 80 Liter hatten. Das bis dato absolute Regen-Maximum für einen Oktober waren 1960 und 1974 zu finden, beide Monate exakt 107,6 mm gleich 276 Prozent. Die Felder in der Elbaue haben bestimmt nicht gut ausgesehen…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für November 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Mit einem Plus im Flächenmittel der Lufttemperatur des Landkreises von exakt einem Grad ging der November 2013 zu Ende. Während die erste Dekade fast 3 Grad über der Norm der Jahre 1961-1990 lag, waren die folgenden Zeiträume weitgehend normal.

Damit war die höchste Temperatur bei allen Beobachtern auch am 7. November zu finden, von Wittenberg bis Jessen wurden um die 16 Grad im Maximum gemessen, der obligate Ausreißer fand sich wiederum in Pretzsch mit 17,1 °C. Muss an der Lage liegen…

Gar nicht so normal die Niederschläge im ersten Monatsdrittel. An neun Tagen messbarer Niederschlag, zwischen 27 bis 50 mm wurden von den 26 Beobachtern für diesen Zeitraum aufgeschrieben, am 7. November gab’s für fast alle die höchsten Tagessummen, welche um die zehn bis 19 Liter betrugen. Nur die zwei Beobachter in Zahna fielen aus der Reihe, Zahna Nord hatte schon am 2.11.; Zahna Süd am 19.11. die größte Menge im Messzylinder.

Die zweite Dekade schon kühler als der Vorgänger, bis auf den 13. keine zweistelligen Maxima der Lufttemperatur mehr, davor war am 9. das Thermometer noch über die 10-Grad-Marke gestiegen (Tx 12,6°C).

Nur drei Tage mit messbarem Niederschlag, davon am 9. zum Teil im Landkreis ergiebig; zwischen sieben und 14 Liter sind ermittelt worden. Ab dem 17. keine Sonnenscheindauer ermittelt, dieser Zustand hielt acht Tage lang an, da der November seinem schlechten Ruf gerecht wurde, allerdings brachten vier Tage im letzten Monatsdrittel die Statistik wieder ins Lot.

Das letzte Drittel beginnt mit leichten Temperaturüberschüssen, am 24. erfolgte ein Vorstoß kalter Meeresluft arktischen Ursprungs von Nordwesten, die sehr bald unter den Einfluss des Hochdruckgebietes TRAUDE gelangte.

Die Temperatur fiel am 27. bis – 6,7°C in Annaburg, die anderen Beobachter notierten Minima zwischen – 5,8 bis – 6,3 °C; in Erdbodennähe wurden zwischen – 7 und – 8 Grad gemessen (Messwerte des Landkreises).

Niederschlag gab’s an sieben Tagen im besagten Zeitraum, die Mengen blieben im Vergleich zu den o.g. Dekaden vergleichsweise bescheiden, maximal 19 Liter bis minimal acht Liter sind zusammengekommen. Auch wenn es zeitweise kühl war, Schnee ist all hier nicht zu beobachten gewesen.

Das Fazit: Bei einer mittleren Lufttemperatur von 5,3 °C im Mittel des Landkreises war der November 2013 um die 1,3 K wärmer als im Mittel der Referenzperiode 1961 – 1990. Die Mittlere Abweichung für den November bei der Lufttemperatur beträgt 1,2 K; der Monat war damit (fast) normal.

Normal ebenso die Sonnenscheindauer mit 51,4 Stunden gleich 97 Prozent in Mühlanger, die Wittenberger Werte sind deutlich niedriger, dortselbst sind 39,5 Stunden beobachtet worden: 75 Prozent.

Bei 19 Tagen mit messbarem Niederschlag kamen für das Flächenmittel des Landkreises 160 Prozent zusammen; deutlich mehr als zu erwarten war. Die mittlere Abweichung für den November: 31 Prozent.

In der Elbaue sind 13 Tage mit Bodenfrost gezählt worden; maximal 13 Frosttage dazu; und 19 Trübe Tage, die dem November zur Ehre gereichten, selbst wenn die Sonnenscheindauer fast das Soll erreicht hatte.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Dezember 2013

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Ungewöhnlich mild, so lautet das Fazit für den ersten Wintermonat.

Derart große positive Abweichungen der Monatsmitteltemperatur von 3 K und mehr sind in den 121 Jahren seit 1893 (Beginn der Met. Beobachtungen an der Säkularstation in Potsdam) nur in 9 Fällen vorgekommen. Der Vergleich der Standorte Potsdam und Wittenberg sei gestattet, zumal nicht nur für den Dezember eine sehr große Übereinstimmung der Monatsmitteltemperaturen festzustellen ist.

Diese Temperaturüberschüsse sind in den Jahren 1898, 1912, 1934, 1971, 1974, 1985, 2006, 2011 und 2013 beobachtet worden. Die kleine Tabelle gibt einen genauen Überblick für Potsdam;

1898 1912 1934 1971 1974 1985 2006 2011 2013
3,1 3,1 3,2 3,5 4,2 3,0 4,4 3,4 3,3

in Wittenberg sahen die Überschüsse so aus:

1971 1974 1985 2006 2011 2013
3,3 4,3 3,2 4,4 3,6 3,2

Auffällig die zunehmende Häufung derartig hoher Abweichungen nach den 70er Jahren, die Intervalle dieser Extreme sind kürzer geworden.

Verständlich, dass bei solchen Verhältnissen von einem Wintermonat keine Rede sein konnte. Im Zeitraum 1961 – 1990 hatte ein Dezember im Durchschnitt eine Kältesumme von 47,7 K bei Extremwerten von 1,5 K im Jahre 1966 bis zu 188,7 K im Jahre 1969. Der Dezember 1969 hatte eine Monatsmitteltemperatur von – 6,1 °C bei einer Abweichung von – 6,9 K. Eine so große (und größere) negative Abweichung hatte es in Wittenberg nur im Kriegswinter 1940 gegeben.

Im Dezember 2013 kam die Kältesumme in Wittenberg mit einiger Mühe auf geringfügige 0,3 K, also noch weniger als im Jahre 1966.

Sind für einen ordentlichen Dezember 17 Frost- und 7 Eistage zu erwarten, kam der in Rede stehende Monat nur auf 11 Frost – und keinen einzigen Eistag. Das mittlere Maximum der Lufttemperatur sollte bei 3,1 °C, das mittlere Minimum bei – 1,4 °C liegen, tatsächlich waren es 6,8 bzw. 1,1 °C.

Neun Tage mit einer Schneedecke wären normal, tatsächlich gab’s nur am 6. und 7. etwas Gefrorenes in die Töpfe; am Morgen des 7. Dezember sind noch Schneereste zu finden gewesen.

Besonders mild waren die Tage vom 8. bis 11. Dezember mit positiven Abweichungen der Temperatur zwischen 4 und 7 K sowie der Zeitraum vom 21. bis zum 29. Dezember, das allseits beliebte Weihnachtstauwetter machte allen Hoffnungen auf eine Weiße Weihnacht einen dicken Strich durch die Weihnachtsseligkeit. Im Gegenteil, der wärmste Tag des Monats findet sich bei fast allen Temperaturaufschreibern des Landkreises zwischen dem 22. und 24. Dezember mit Maxima, die einem Vorfrühlingstag alle Ehre gemacht hätten. Um die 11 Grad sind allgemein registriert worden, (siehe auch: Monatsdaten des Landkreises Wittenberg).

Diese Temperaturen waren deutlich niedriger als die 17,2°C, die in Freiburg gemessen wurden. Das absolute Maximum eines Dezember betrug am 4.12.1953 15,4 °C, die höchste Temperatur an einem Hl. Abend 14,9 °C im Jahre 1977. Das Maximum von Potsdam lag am gleichen Tage bei 15,5 °C.

Auch beim Wasser deutliche Abweichungen, auch wenn diese im Bereich der natürlichen Schwankungen liegen. Für einen Dezember werden im Mittel des Landkreises 52 Liter auf den Quadratmeter erwartet, erfüllt wurde diese Erwartung nur im nordwestlichen Zipfel des Kreises in Stackelitz und Hundeluft resp. deutlich übererfüllt. Der Rest der 26 Beobachter konnte nur um die knapp 50 bis max. 85 Prozent der normalen Regenmenge registrieren. Insofern kein Problem, da die vorhergegangenen Monate im Herbst reichlich Wasser gebracht hatten, das Jahressoll ist im Schnitt um knapp 30 Prozent über der Norm zu finden, also durchaus normal.

Die Sonnenscheindauer war mit 49 bis 56 Stunden in Wittenberg bzw. Mühlanger um 28 bis 48 Prozent über der Norm zu finden.

Und die weiteren Aussichten ? Ist bis Dreikönigstag kein Winter, so kommt auch keiner (kein richtiger) mehr dahinter. Eintreffenswahrscheinlichkeit dieser Regel für den Januar bei 70 Prozent, für den Februar bei 60 Prozent, für den gesamten Winter bei 80 Prozent. Tolle Aussichten für Schneefans…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger