Mhbe25

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Januar 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Überflüssig fast, zu erwähnen, dass der erste Monat des neuen Jahres sehr mild war. Die Monatsmitteltemperatur betrug von Wittenberg über die Elbaue bis Jessen 2,7 °C, das entspricht einer mittleren Abweichung von 3,5 Grad für den Zeitraum 1961 – 1990. Die Standardabweichung der Lufttemperatur beträgt für den genannten Zeitraum 3,4 Grad, also darf entgegen offizieller Lesart (DWD) der Monat in Hinsicht auf die Temperaturen als „normal“ gelten. Gewiss, bei der Anzahl von Frost – und Eistagen besteht ein Defizit von fünf bzw. sieben Tagen, bei der mittleren Minimumtemperatur fehlen 3 Grad, aber wann haben sich Wetter und Klima je an statistische Normen gehalten? In den 144 Jahren seit Beginn flächendeckender Beobachtungen der Wettererscheinungen sind für den Januar ganze vier Monate zu finden, in denen das Monatsmittel der Temperatur dem langjährigen Mittel entsprach.

Gleichwohl, der Monat war gekennzeichnet durch Wechsel kühler und milder Phasen, um den 5. Januar die kühlsten Nächte mit Minima zwischen minus 5 und fast minus 8 Grad. Die Temperatur in Erdbodennähe ging am 4. Januar auf minus 10 Grad. Am 25. Januar frühlingshafte 12 bis 16 Grad, alle Dekaden zwischen 2 und 5 Grad zu warm.

23 Trübe Tage, die alle sehr gleichmäßig über den gesamten Monat verteilt waren, ließen eine Sonnenscheindauer von 40 Stunden zu, ein leichtes Defizit von 8 Stunden oder 14 Prozent.

Feste Niederschläge waren im besagten Monat an sieben Tagen gemeldet worden, vom 2. bis zum 10. wurden aus Zahna, Ateritz, Gräfenhainichen und Jüdenberg Schneefall, Schneegriesel sowie Regen mit Schnee gemeldet. Eine geschlossene Schneedecke von einem bzw. zwei Zentimetern konnte nur Ateritz am 3. und 9. Januar  registrieren, die Freude darob hielt nur wenige Stunden an.

Im 30-jährigen Mittel waren für Wittenberg einstmals 15 Tage mit einer Schneedecke das Soll, die maximale Schneehöhe betrug 48 cm. Lange her:  Am 6. Januar 1970 wurde der bisher höchste Wert ermittelt, die Wahrscheinlichkeit, ähnliche Schneehöhen zu beobachten, dürfte  zurückgegangen sein. Die wenigen Januarmonate mit 30 bis 31 Tagen einer geschlossenen Schneedecke waren in den Jahren 1963, 1970, 1979, 1980 und 1987 zu finden.

Bei einer mittleren Niederschlagssumme von 52 Litern/m² sind im Landkreis 33 Prozent mehr an Wasser vom Himmel gefallen, als für den Januar zu erwarten ist. 17 bis vereinzelt 20 Tage mit Niederschlag sind aus dem Revier gemeldet worden; die höchsten Tagessummen sind für den 5. Januar aufgezeichnet, 15 mm sind im Mittel gefallen. Die Nase vorn hatte ungeschlagen Zallmsdorf mit fast 23 Litern/m². Das Gros der Niederschlagsereignisse verteilte sich auf die erste Dekade mit 10 Tagen mit messbarem Niederschlags, nur zwei Tagen in der Monatsmitte, die letzten elf Tage brachten an acht bis neun Tagen Flüssiges von oben. Kurios und doch nicht so selten: Gewitter im Winter. Am 3. Januar sind bei einem Frontdurchgang gegen 17:55 MEZ Blitze bei Kemberg und Ateritz beobachtet worden.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Febuar 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Der erste (letzte) Wintermonat der Saison…

Zu mild, zu kalt ? Normal. Die Monatsmitteltemperatur für den Februar 2025 betrug im Landkreis Wittenberg bei allen Temperaturaufschreibern von Wittenberg, Pratau, Mühlanger, Pretzsch, Annaburg bis Jessen 0,7 °C; eine Abweichung von 0,5 Grad. Die Standardabweichung, die Streubreite der Temperatur um den Mittelwert, beträgt für den Zeitraum 1961 bis 1990 2,9 Grad, für den Folgezeitraum 2,8 Grad. Heißt: Alle Temperaturen im Bereich von – 2,7 Grad bis Plus 3,1 Grad sind NORMAL. Es gab 2 bis 3 Eistage 2025, das  waren zwei bis drei weniger als im langjährigen Mittel, bei 20 bis 24 Frosttagen aber ein bis drei Tage mehr. Der Februar kam auf eine Kältesumme (Summe der negativen Tagesmitteltemperaturen) von knapp  35 Grad; im langjährigen Mittel betrug die Kältesumme 48 Grad. Bei aller möglichen Begeisterung: Der Klimawandel ist damit nicht beendet.

Die ersten 10 Tage waren trocken und sonnenscheinreich, die Temperaturen relativ ausgeglichen, 7 Frosttage, 38 Stunden Sonnenschein. Das Dekadenmittel der Lufttemperatur betrug 0,6 °C, kein Plus, kein Minus.  Zur Monatsmitte ein Wintercomeback, das 9 Tage mit einer Schneedecke von 5 cm in Wittenberg bis 7 cm in Jüdenberg brachte; in Naundorf bei Seyda wurden (DWD) 11 cm gemessen.  Alldieweil die Nächte schön frisch waren, minus 12 bis minus 14 Grad wurden am 18. Februar gemessen, des Tages vom 14. bis zum Monatsende aber Tauwetter herrschte, war die weiße Pracht relativ schnell verschwunden, am 20. wurden Schneeflecken, einen Tag später nur noch Schneereste gemeldet. Die Niederschlagsmengen in diesem Zeitraum lagen bei 6 Litern/m², die Sonne kam auf 39 Stunden. Das Dekadenmittel der Temperatur betrug minus 3,2 °C, ein Minus von 2,7 Grad. Ab dem 21. Februar war Frühling befohlen, zweistellige Tagesmaxima bis zum 25. Der wärmste Tag des Monats fiel auf den 24. Februar mit 15 bis 16 °C, dabei noch vier Tage mit leichtem Frost. Und vom 24. bis fast zum Monatsende ein bisschen Wasser von oben, auch wenn die Mengen, die aus den Regenmessern geholt werden konnten, nur um die 8 Liter/m² betrugen. Die Sonne brachte knapp 15 Stunden, das Mittel der Lufttemperatur betrug in den acht Tagen bis zum Monatsende 5,5 °C, ein Plus von 5,1 Grad.

Das Fazit: Eine mittlere Niederschlagssumme von 13,3 Litern/m² ist im Februar bei 22 Beobachtern notiert worden, das entspricht 42 Prozent für den Zeitraum 1961 – 1990, für 1991 – 2020 sind es 39 Prozent. Die größte Menge für den Monat ist in Holzdorf gefallen (19,3 mm), die höchste Tages-menge bekamen Zahna Nord, Zallmsdorf und Ateritz mit rund 6 Litern/m² am 13. Februar.

Sieben bis elf Tage mit messbarem Niederschlag sind gezählt worden, mindestens fünf weniger als im langjährigen Mittel, dabei waren es 4 Tage mit Schnee oder Schneegriesel.

Die Monatsmitteltemperatur betrug 0,7 °C, ein leichtes Plus von 0,5 Grad.  Die Sonnenscheindauer mit mehr als 90 Stunden bei 130 Prozent. 19 bis 24 Frosttage, 2 bis 3 Eistage, 24 Tage mit Bodenfrost. Letzte Anmerkung: Für Sachsen-Anhalt betrug die Abweichung  0,7 Grad bei einer Monatsmittel-temperatur von 1,1 °C, die Niederschlagsmenge 15,3 Liter/m² = 46 Prozent.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für März 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Mit einer mittleren Monatstemperatur von 6,2 °C lag der März des Jahres 2025 ganze 2,5 Grad über dem 30-jährigen Mittel der Jahre 1961 – 1990; für den Zeitraum 1991 – 2020 beträgt die Abweichung 1,3 Grad. Die Standardabweichung der Temperatur für die erstgenannte Klimaperiode beträgt 2,4 Grad, für letztere 2,0 Grad. War der Monat wirklich „zu mild“, wie die Meteorologen der Berliner Wetterkarte behaupten? Für den Zeitraum 61-90 beträgt der „Überschuss“ zur Standardabweichung 0,1 Grad, für den Zeitraum 91-20 minus 0,7 Grad…

Gleichwohl brachte der März aller „Milde“ zum Trotz im Landkreis Wittenberg für die Elbaue 20 Frosttage, auf dem Berg bei Wittenberg (Teuchel) nur deren 14 Tage bei 22 Tagen mit Bodenfrost. Keine Eistage bei anhaltender Hochdruckwetterlage, es sind 7 Hochdruckgebiete gezählt worden.

Der anhaltende Hochdruck ist auch der Grund für die miese Niederschlagsbilanz des Monats. Im Mittel der Jahre 1961 – 1990 sind für den März im Landkreis 39 Liter/m² berechnet worden, die Standardabweichung beträgt fast 20 mm oder 48 Prozent. Die im Landkreis 2025 gemessenen mittleren Niederschlagssummen von knapp 13 Litern/m² sind bei durchschnittlich 5 Tagen mit messbarem Niederschlag im südlichen Fläming bis 7 Tagen in Holzdorf oder 34 Prozent bzw. 31 Prozent 91-20 deutlich unter den Erwartungen geblieben. Die höchsten Monatsmengen sind in Annaburg und Holzdorf verbucht worden mit fast 25 Litern auf den Quadratmeter; Jüdenberg und Wittenberg sind mit 5 bzw. knapp 6 Litern arg vernachlässigt worden.

Die erste Dekade war völlig ohne Niederschlag, in der zweiten Dekade gab es an zwei bis drei Tagen geringfügige Mengen von weniger als 1 mm bis knapp 15 mm in Holzdorf. Ähnliches Spiel im letzten Monatsdrittel, rund 5 Tage mit geringem Niederschlag, ehe am 30. und 31. mit Tagessummen zwischen 5 und 8 Litern/m² ein wenig Kosmetik betrieben wurde, die Summen am Monatsausklang lagen zwischen 1 und 1,5 mm. Aus Gräfenhainichen und Jüdenberg wurden für den 30. März Graupelschauer gemeldet.

Für das erste Quartal des Jahres 2025 ergibt sich eine Differenz von 31 Litern zum langjährigen Mittel von 111 Litern/m²; am Monatsende betrug die Bodenfeuchte bis 60 cm unter Gras für lehmigen Sand bei 40 bis 50 Prozent der nutzbaren Feldkapazität. Derzeit sind es 30 bis 40 Prozent …

Die höchsten Temperaturen des Monats wurden um den 21. März gemessen, 18 bis 22 Grad gab es zwischen Wittenberg und Jessen, am 18. ging die Temperatur auf minus 5 bis minus 7 Grad von West nach Ost, 5 cm über dem Erdboden auf minus 9 Grad.

Für die Sonnenanbeter könnte der Monat eine Freude gewesen sein: 203 Stunden Sonnenschein für Wittenberg entsprechen 175 Prozent für den Zeitraum 1961 – 1990, für die Periode 1991 – 2020 sind es (nur) 161 Prozent. Dabei kommt Wittenberg in der Bilanz für Sachsen-Anhalt etwas schlechter weg: 209 Stunden sind landesweit registriert worden, ein Plus von fast 100 Prozent. Gleichwohl ist die Sonnenscheindauer des ersten Frühlingsmonats  2025 auf dem 2. Platz der Rangliste von 1951 bis 2025 gelandet.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für April 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Die mittlere Monatstemperatur für den April beträgt 7,9 °C (1961 – 1990), 9,8 °C für den Zeitraum 1991 – 2020. Im April 2025 wurden 11,1 °C in Mühlanger bis 11,9 °C in Jessen erreicht, ein Überschuss von 3,4 bis 4,0 Grad (1961-1990). Für Sachsen-Anhalt gab es einen Durchschnitt von   11,0 °C, der Überschuss betrug landesweit 3,2 Grad. Aktuell liegt der April 2025 auf Platz 9 der Hitliste seit 1881. Das bis dato höchste Monatsmittel für besagten Monat betrug 12,8 °C im Jahre 2018, ein Plus von 4,9 Grad.

Die Niederschlagsbilanz im Landkreis ist auch nicht gerade berauschend: Bei 23 Meldungen im April sind dürftige 19,5 Liter auf den Quadratmeter zusammengekommen, das entspricht 46 Prozent für den Zeitraum 1961 – 1990; für die folgende Periode 1991 – 2020 sind es 66 Prozent. Zur Erinnerung: Das Monatsmittel für Wittenberg betrug einstmals 42 Liter/m², derzeit sind es noch 30 Liter/m². Diese „Mengen“ sind einst an 15 bzw. 11 Tagen (im Durchschnitt) gefallen, im April 2025 waren es maximal 5 Tage mit messbarem Niederschlag, an 3 Tagen betrug die Niederschlagsmenge wenigstens 1 Liter/m², an 1 bis 2 Tagen wurden 10 Liter/m² und mehr gemessen.

Die „Gewinner“ im April waren Coswig und Heinrichswalde mit 27 Litern/m², die geringsten Monats-summen gab es für Jessen und Annaburg mit weniger als 14 Litern/m². Gleichwohl sind diese knapp 20 Liter/m² noch lange nicht das untere Ende der Fahnenstange. Gerade mal Platz 32 der Negativ-Liste nimmt der April 2025 ein. Bisher absoluter Rekord war der April 2007 mit 0,3 Litern/m², gefolgt von stolzen 2,0 Litern April 1893…

Nachdem eine rund 18 Tage lange trockene Zeit zu überstehen war, fielen zum Ende der zweiten Dekade des April um die 16 Liter/m², 25 Liter Maximum in Jüdenberg. Die errechnete potentielle Verdunstung betrug bis zu diesem Zeitpunkt 55 Liter/m², die Bodenfeuchte unter Gras auf lehmigen Sand im Landkreis war auf 30 bis 50 Prozent der nutzbaren Feldkapazität gesunken. (Derzeit sind es 20 bis 30 Prozent nFK).

Die relativ hohen Temperaturen finden ihre Entsprechung in den Mittelwerten der Dekaden. War die erste Dekade „nur“ 1,3 Grad höher als im langjährigen Mittel, kam die zweite Dekade auf ein Plus von 4,4 Grad; zur Monatsmitte gab es auch den ersten Sommertag des Jahres; die letzten 10 Tage brachten ein Plus von 3,3 Grad. Gelegentlich werden in der Klimabilanz auch die Anzahl Warmer Tage erwähnt (Maximum >= 20 °C). Da kommt der April 2025 auf deren 9 Tage. Normal (waren) 2,4 bzw. 6,2 solcher Tage. Bei der möglichen Anzahl von Frosttagen ist der April unter seinen Möglichkeiten geblieben: Nur zwei Tage mit Minima der Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt  (4 normal).

Was den Monat weiterhin kennzeichnete, waren ein deutlich über dem langjährigen Mittel liegender Luftdruck: Für den Zeitraum 1961 – 1990 betrug der 1004,9 hPa, der im April 2025 lag bei 1018 hPa. Und reichlich Sonnenschein wurde verbucht. Um 250 Stunden wurden in Wittenberg und Mühlanger gemessen, ein Plus von ca. 60 Prozent oder 86 Stunden.  Das „Gewitter des Monats“ wurde spätabends am 20. April in Zallmsdorf, Jüdenberg und Gräfenhainichen beobachtet, es brachte an den Regenmessern 6 bis 12 Litern/m².

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Mai 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Der Mai war deutlich kühler als seine Vorgänger Januar (+3,4 K), März (+2,0 K) und April (+3,2 K), auch wenn der wärmste Tag des Monats mit 29 °C in Wittenberg bis 28 °C in der Elbaue gleich zum Monats-anfang (am 2. Mai) befürchten ließ, dass der Mai ordentlich warm werden könnte. Wurde er nicht.

Die ersten drei Tage des Monats lagen deutlich über den langjährigen Mittelwerten (ein Plus von 8 bis 3 Grad), derlei Abweichungen gab es erst wieder am 30. und 31. Mai. Dazwischen viele kühle Nächte, vom 4. bis zum 18. Mai die Tiefsttemperaturen durchweg im einstelligen Bereich, das gleiche Spiel vom 22. bis zum 27. Mai. Vier Sommertage lieferte der letzte Frühlingsmonat, das entsprach exakt dem langjährigen Durchschnitt der Jahre 1961 – 1990, für den Folgezeitraum hätte es ein Tag mehr sein dürfen. Heiße Tage sind in diesem Jahr ausgefallen. Dafür gab es 3 Tage mit Bodenfrost, zwei Tage mehr als im Zeitraum 1991 – 2020.

Auffällig auch, dass wieder eine längere Durststrecke zu überstehen war. Nach 13 Tagen ohne nennenswerte Niederschlagsmengen sind am 3. Mai 14 Liter auf den Quadratmeter im Durchschnitt des Landkreises gemessen worden. Diesem Ereignis folgten wieder 13 Tage, bis etwas Wasser in den Regenmessern zu finden war, die Dekadensumme brachte dürftige 3 Liter/m². Ab 23. Mai fast jeden Tag Wasser von oben, die Summen überwiegend im einstelligen Bereich bei einem bis sechs Liter/m². Richtig lustig wurde es erst am 28. des Monats, als zwischen 13 Uhr bis 17 Uhr (MESZ) vier Gewitter-zellen aus überwiegend südwestlicher bzw. nordwestlicher Richtung den Landkreis überquerten und im Durchschnitt 12 Liter/m² brachten. Die Spannbreite der gefallenen Mengen belief sich auf 3 bis 4 Liter/m² in Oranienbaum, Eutzsch und Wittenberg bis über 20 Liter/m² in Zahna-Nord, Zallmsdorf, Seyda, Holzdorf und Ateritz. Für dieses Ereignis wurde von Ateritz und Gräfenhainichen Hagel bis 2 cm Durchmesser gemeldet. Mit 40,4 l/m² ging der Mai aus dem Rennen, die Summe entspricht 83 Prozent für den Zeitraum 61-90 bzw. 81 Prozent für 91-2020. Den 40 Litern steht eine Summe von 110 Litern potentieller Verdunstung gegenüber, die Klimatische Wasserbilanz für den Mai 2025 beläuft sich auf minus 78 Liter/m². Das Niederschlagsdefizit bis Ende Mai betrug für Wittenberg 65 l/m², etwas mehr als für Sachsen-Anhalt: 58 l/m². Wobei hier die langjährigen Mittelwerte angesetzt wurden. Kein Wunder also, dass die Bodenfeuchte unter Gras bei Sandboden zum Monatsende nur noch bei 20 bis 30 Prozent der nutzbaren Feldkapazität lag.

Dass zu wenig Niederschlag eine Wirkung auf die Wasserführung der Oberflächengewässer haben kann, wurde am 19. Mai in der MZ ausführlich behandelt (Niedrigster Pegelstand für einen 16. Mai bis dato). Für die Abflussmengen der Elbe bei Wittenberg sind nicht nur die Regenmengen im ostdeutschen/sächsischen Einzugsgebiet (rund 9 000 km²) bedeutend. Aus dem Einzugsbereich von Elbe, Moldau und Eger (gut 47 000 km²) kommt auch Einiges an Wasser. Wenn es denn kommt. Bis zum 16. Mai waren im Böhmischen kaum relevante Niederschlagsmengen zu verzeichnen, damit geringe Abflussmengen. Aber die Talsperren an Elbe und Moldau waren sehr gut gefüllt. Alldieweil die Tschechische Republik mit 35 Wasserkraftwerken rund 17 Prozent ihres Energiebedarfs aus der Wasserkraft bezieht, ist es kaum verwunderlich, dass in Zeiten größerer Niederschlagsarmut die Abflüsse gering gehalten werden…

Das Fazit: Bei einer Monatsmitteltemperatur von 13,5 °C war der Mai 2025 ganze 0,4 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1961 – 1990; für den Zeitraum 1991 – 2020 ergibt sich ein leichtes Defizit von minus 0,8 Grad. Der wärmste Tag am 2. Mai mit 29 °C, der kälteste Tag war der 6. Mai mit einem Grad in Teuchel, in der Elbaue von Mühlanger bis Annaburg und Pretzsch wurden um minus 1 Grad gemessen. Der Monat brachte 4 Sommertage, 1 Frosttag in der Elbaue und 3 Tage mit Bodenfrost.     An rund 11 Tagen mit messbarem Niederschlag sind 40 Liter/m² gefallen, 83 Prozent vom Mittel der Jahre1961 – 1990. Ein Tag (mit vier) Gewitter(n) ist gezählt worden. Die Sonnenscheindauer betrug 260 bis 280 Stunden, das entspricht 120 bis 130 Prozent der langjährigen Summe.  Zum Abschluss: Der Mai  war nach dem Februar der zweite Monat mit (normalen) Mitteltemperaturen.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Juni 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Der Juni des Jahres 2025 zwischen Flämingrand und Dübener Heide war deutlich zu warm und zu trocken. Die Monatsmitteltemperatur betrug 19,3 °C, ein Überschuss von 2,7 Grad vom Mittel der Jahre 1961 – 1990, für den Zeitraum 1991 – 2020 von 1,8 Grad. (Die Standardabweichung für den erstgenannten Zeitraum beträgt 1,3 Grad, für den zweiten 1,7 Grad.) Für den Landkreis gab es 6 bis 9 Heiße Tage (Tx >= 30°C) und 15 bis 20 Sommertage (Tx>= 25°C). Deutlich auch der Überschuss bei der Sonnenscheindauer: Mit über 270 Stunden kommt Wittenberg auf mehr als 30 Prozent über dem langjährigen Mittel (61-90), für den Folgezeitraum waren es (nur) 24 Prozent.

Die erste Dekade des Monats war (nur) ein Grad wärmer, brachte 70 Stunden Sonnenschein und an 9 von 10 Tagen Niederschläge, die im Flächenmittel bei 23 Beobachtern knapp 23 Liter/m² im Regenmesser hinterließen, das waren schon mal fast 83 Prozent der gesamten Monatssumme…(!)

Die zweite Dekade war über 3 Grad wärmer als im langjährigen Mittel, bei 124 Sonnenstunden gab es 2 Heiße Tage und einen einzigen Tag mit Niederschlag, am 15. Juno wurden stolze 1,5 Liter/m² (im Mittel) registriert.

In der 3. Dekade lief der Sommer auf Hochtouren. 4 Heiße Tage bei 88 Stunden Sonnenschein, die Wärmebelastung größer als um die Monatsmitte, ein Plus von 5 Grad beim Dekadenmittel. Die Zahl der Niederschlagsereignisse und deren Summen waren sehr überschaubar: 3 Tage mit messbarem Niederschlag, etwas mehr als 3 Liter/m² sind gemessen worden.

Dementsprechend trübe sind die Bilanzen für den Monat und das erste Halbjahr. Der Juni 2025 brachte es auf 27,6 Liter/m² oder 46 Prozent vom Mittel der Jahre 1961 – 1990, wobei berücksichtigt werden sollte, dass der Juno eine große Spanne von  31 mm oder 51 Prozent aufweist, der Folgezeitraum kommt auf 30 mm oder 54 Prozent. Die größte Monatssumme bekam Holzdorf mit 38 mm (59 Prozent), mit knapp 19 mm (30 Prozent) musste sich Jessen-Ost zufrieden geben.

Die höchsten Tagessummen sind bis auf 4 Ausnahmen am 10. Juni gefallen, im Schnitt 8 Liter/m². Die größten Mengen lagen bei 9 Litern für Zahna Nord, Zallmsdorf, Wittenberg, Jüdenberg.

Zwei Gewitter am 8. um die Mittagszeit und 23. morgens zwischen 4 und 5 Uhr MESZ brachten in puncto Wasser beim Gros der Beobachter nur geringe Mengen.

Die Halbjahresbilanz ebenso fällt dürftig aus. Seit dem 1. Januar waren im Landkreis im Durchschnitt der 33 Messstellen 167 Liter auf den Quadratmeter angekommen, das sind keine 30 Prozent des langjährigen Durchschnitts. In den 135 Jahren (seit 1891), da für Wittenberg die täglichen Niederschlagsmengen erfasst werden, sind in 9 Jahren vergleichbar geringe Halbjahressummen festgestellt, die geringsten Mengen sind mit 116 Litern 1933 und 1943 mit 120 Litern, 1996 mit 131 Litern und 2018 mit 135 Litern gefallen; nun also 167 Liter/m².

Dass die Bodenfeuchte im Landkreis zum Monatsende bei lehmigem Sand nur noch bei 10 bis 20 Prozent der nutzbaren Feldkapazität; für lehmigen Schluff bei 30 bis 40 Prozent lag, sollte unter diesen Bedingungen nicht verwundern.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Juli 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Der Juli 2025 brachte zum Monatsbeginn große Hitze, wenn auch keinen „Höllensommer“. Der 2. Juli kam mit 37 bis 38 Grad über den Landkreis, dann ging der Monat sehr moderat weiter. Der Temperatur-überschuss belief sich auf 1,6 Grad (1961 – 1990), für den Folgezeitraum entsprach das Monatsmittel exakt dem langjährigen Mittel von 19,0 °C in Sachsen-Anhalt. Problematisch nicht erst seit Monatsbeginn war der Stand der Bodenfeuchte deutschlandweit. Am 5. Juli lag diese nicht nur im ostdeutschen Raum bei 20 bis 30 Prozent der nutzbaren Feldkapazität. Der Juno hatte am in der ersten Dekade noch an die 24 Liter/m² Niederschlag gebracht, der Rest des Monats dürftige 3,5 Liter. Trockenheit allenthalben, den ersten Niederschlag im Juli brachten 3 Gewitterzellen um die Mittagszeit, der im Mittel 7 Liter/m² brachte, für die erste Dekade des Juli ganze 8 Liter. Ab dem 11. sollte sich die Situation gründlich ändern. Am 8. Juli war ein Vb-Tief über Norditalien entstanden und hatte sich als Zentraltief über Deutschland etabliert (BWK 13.7.) Dieses Tief hatte zuvor in Osteuropa erhebliche Niederschlags -mengen gebracht und hinterließ zwischen dem 11. und 18. Juli im Landkreis im Mittel 58 Liter/m², in Jessen waren 81 Liter gefallen. Die Niederschlagsaktivität setzte sich bis zum 22. fort, einer kurzen Pause von drei Tagen folgten vom 27. Mit ergiebigen Regenmengen bis zum Monatsende weitere vier Tage, die zum Ende der Dekade fast 45 Liter/m² hinterließen. In Summe sind also im Mittel im Landkreis 109 Liter/m² notiert worden, das entspricht 222 Prozent für den Zeitraum 1961 – 1990, die die Periode 1991 – 2020 sind es nur (noch) 153 Prozent. Was sich zum Monatsende in einer deutlichen Verbesserung der Bodenfeuchte bemerkbar machte. Im Juli 2025 sind 18 Tage mit messbarem Niederschlag gezählt worden. Im langjährigen Mittel sind 12 bzw. 14 Tage zu erwarten. Ein Blick auf die Jahre 1881 bis 2025 belegt, dass in diesem Zeitraum statistisch alle sieben Jahre ein nasser Juli mit mindestens 100 Litern/m² zu erwarten ist. Das letzte vergleich-bare Ereignis war 2011, wo im Landkreis 176 Liter/m² gemessen wurden, im Juli 2007 waren es 143 Liter, Juli 2005 156 Liter… Jedenfalls sind zum Monatsende Juli 50 Prozent der zu erwar-tenden Jahresmenge verbucht worden. Das Fazit: Die Monatsmitteltemperatur betrug 19,6 °C, ein Plus von 1,6 Grad. 3 bis 4 Heiße Tage sind gezählt worden, das entspricht dem langjährigen Durchschnitt (1961-1990), für den Zeitraum 1991-2020 fehlen knapp 2 Tage. 10 bis 19 Sommertage, das sind je nach Standort 2 zu wenig bis 5 zu viel. Im Schnitt 16 Tage mit Niederschlägen, in denen am 22. Juli Hagel oder Graupel gesichtet wurde, brachten zwischen 79 l/m² in Vockerode und 164 l/m² in Zahna, im Mittel 109 l/m². Die Sonne schien rund 209 Stunden in Wittenberg, das sind 97 Prozent der Summe 1961-1990, für den Folgezeitraum (nur) 94 Prozent. Ganz zum Schluss: Im Nordosten der Republik sind für den Juli 2025 225 Liter/m² bis 186 Liter/m² gefallen; 416 bis 360 Prozent (1961 – 1990).

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für August 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Mit 4 Heißen Tagen in Wittenberg und an den elbnahen Stationen, 6 Tage mit 30 °C und mehr im Osten des Landkreises präsentierte sich der letzte Sommermonat des Jahres 2025 als nicht gerade übermäßig warm, auch wenn voreilige Prognosen einen Höllensommer versprochen hatten.

Die Abweichung von 1,4 Grad zum Mittel der Jahre 1961 – 1990 liegt 0,3 Grad über der Standard-abweichung von 1,1 K, möge der Betrachter selbst entscheiden, ob damit ein Kriterium für „unerträgliche Hitze“ erfüllt ist, auch wenn es 2 Heiße Tage mehr waren. 16 Sommertage gab es, 4 mehr als im Mittel für den Zeitraum 61 – 90, für den Zeitraum 91 – 20 fehlt ein Tag zum Durchschnitt.

Vielleicht hilft ein Vergleich, ein Blick auf die Mittleren Maxima der entsprechenden Zeiträume.          Im August  2025 betrug selbiges 24,9 °C. Der 30-jährige Mittelwert von 1961 – 1990 war 23,6 °C; für die Jahre 1991 – 2020 waren es 25,1 °C. Für den seit längerem zu beobachtenden Zustand kontinuierlicher Erwärmung war es ein moderat warmer Monat…

Die Sonnenscheindauer lag mit rund 270 Stunden in dem Monat gute 30 Prozent über den Erwartungen, das liegt im langjährigen Durchschnitt.

Die höchste Temperatur des Monats wurde sehr einheitlich am 15. August gemessen, um die 35 Grad Celsius bei den Elbanliegern, 36 bis 37 Grad wurden weiter östlich in Pretzsch und Jessen erreicht.

Kurz vorm Monatsende, exakt um den 23. bis 26.8., gab es eine gewisse Abkühlung, in dem Zeitraum gingen die nächtlichen Temperaturen auf 8 bis 6 Grad herunter, in Erdbodennähe wurden um die 4 Grad gemessen. So kühl blieb es nicht, ab dem 27. August blieben die nächtlichen Temperaturen im zweistelligen Bereich zwischen 11 und 15 Grad.

Weniger erfreulich die Niederschlagsbilanz des Monats. Nachdem der Juli 2025 im Mittel des Landkreises 109 Liter auf den Quadratmeter gebracht hatte (222 Prozent für 1961 – 1990), waren es im August 66 Prozent bei knappen 42 Litern, das langjährige Mittel beträgt 61 Liter.

Nachdem zum Ende Juli – Anfang Augst die Bodenfeuchte (in Wittenberg) bei 60 bis 80 Prozent der nutzbaren Feldkapazität lag, waren zum Monatsende noch 40 Prozent errechnet worden. 

Eine Durststrecke von 17 Tagen ohne Niederschläge, bei täglichen Verdunstungsraten von rund 4 Litern, nachdem es vom Monatsanfang bis zum 15.8. im Schnitt nur 14 Liter Niederschlag gab.

Am 23. die ersten zaghaften Versuche, den Boden zu befeuchten, bis vom 27. bis 29. erwähnens-werte Regenmengen den Landkreis erreichten. „In Zallmsdorf hatte sich zwischen 11:00 Uhr und 12:00 Uhr der zwischenzeitlich gewittrige Regen extrem verstärkt, in dieser Stunde sind insgesamt 12,2 l gefallen. Die zwei Fotos wurden gegen 12:30 Uhr gefertigt. Die Ackerflächen waren … wenige Tage zuvor gepflügt und bestellt worden.“ (Dieter Reim)

In diesen drei Tagen sind im Mittel 25 Liter/m² gemessen worden. Die höchste Monatssumme bekam Seegrehna-Hohenroda mit 56 Litern, dürftige 28 Liter wurden in Zahna-Nord gemessen…

Für den 27. und 28. wurden Gewitter über dem Landkreis gemeldet.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für September 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Relativ unspektakulär? Sommerlich warm begann der erste Herbstmonat des Jahres 2025, gleich 26 bis 29 Grad nach Celsius zeigten die Thermometer am Nachmittag, leichte Erwärmung zum Monatswechsel. Am 4. September ein weiterer Sommertag, die „restlichen“ Tage blieben bei 21 bis 24 Grad, somit ergab sich ein Temperaturüberschuss in der ersten Dekade von 2,3 Grad. An sechs Tagen im genannten Zeitraum Niederschläge, welche eine erfreuliche Ergänzung der zum Ende des August erfolgten Milderung der relativ trockenen Zeit brachten. Im Mittel des Landkreises sind fast 17 Liter/m² in den Regenmessern gelandet, 23 Liter konnten in Ateritz verbucht werden.
Feucht und regnerisch ging es in das 2. Monatsdrittel, 8 Tage mit messbarem Niederschlag, knapp 15 Liter/m² brachte dieser Zeitraum, mit fast 24 Litern hatte Wittenberg die Nase vorn. Die täglichen Höchsttemperaturen blieben bis zum 18. September bei 20 bis 22 Grad Celsius, das Dekadenmittel der Temperatur lag immer noch exakt 2 Grad über dem langjährigen Mittel. Große Erwärmung ab dem 19. Bis zum 21. wurden 3 Sommertage verzeichnet, mit 29 bis 31 Grad von West nach Ost (Wittenberg, Pratau, Mühlanger, Pretzsch, Annaburg, Jessen-Ost) gab es am 20. September den wärmsten Tag des Monats.
Große Abkühlung am 22. September. Während am Vortage das Temperaturmaximum bei 27 Grad C lag, wurden nur noch um die 15 Grad registriert. Zwei Tage später gab es die zweit-kühlste Nacht des Monats mit Temperaturen um 5 Grad, am 29. wurden in Pratau und Mühlanger um 3 Grad gemessen, in Pretzsch und Annaburg gab es leichten Frost bis minus 1 Grad. Leider sind für diese Orte keine Temperaturen von 5 cm über dem Erdboden vorhanden. Bis auf zwei Nächte sind im letzten Monatsdrittel die Tiefsttemperaturen im einstelligen Bereich geblieben, die Auswirkung: Das Dekadenmittel der Temperatur lag 0,5 Grad unter dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 – 1990. An drei Tagen gab es noch ein wenig Wasser von oben mit relativ bescheidenen Mengen von 9 Litern/m² im Landkreis mit Ausnahmen in Holzdorf, Jessen, Pretzsch und Annaburg. Dort sind am 21. September 14 bis 19 Liter auf den Quadratmeter gemessen worden.
Das Fazit für den September: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 15,8 °C lag der September 2025 exakt 1,6 Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 – 1990. Für den Zeitraum 1990 – 2020 beträgt das Plus 1,1 Grad. Die Standardabweichung für die genannten Zeiträume beträgt 1,4 Grad bzw. 1,6 Grad. Demzufolge dürfen die Abweichungen der Temperatur als „normal“ betrachtet werden. Die Sonnenscheindauer würde für Wittenberg und Mühlanger mit 204 bzw. 199 Stunden berechnet, ein Überschuss von 37 bzw. 34 Prozent, auch im Bereich der üblichen Abweichungen. Ein Heißer Tag und 5 bis 6 Sommertage charakterisieren den September 2025, ein bis zwei Sommertage mehr als zu erwarten, Heiße Tage sind eher selten (0,2 bzw. 0,4 Tage).
Die Niederschlagsbilanz entspricht den langjährigen Erwartungen. 40,2 Liter/m² im Durchschnitt des Landkreises, das sind 93 Prozent für den Zeitraum 61-90, 83 Prozent für 91-20. 18 Tage mit mess-barem Niederschlag und ein Tag mit Gewitter wurden am 12. September beobachtet. Die niedrigste Monatssumme verzeichnete Gräfenhainichen 28 Litern, Holzdorf kam auf 52 Liter.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Oktober 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Von wegen Goldener Oktober: Ganze 83 Stunden Sonnenschein für Wittenberg entsprechend 79 Prozent brachte selbiger im Jahre 2025. Sieben Tage ohne einen Sonnenstrahl, acht Tage mit einer Stunde Sonnenschein und weniger ist das Fazit für ein Wetterelement, welches im Monatsrückblick bisher eher selten ausführlichere Erwähnung fand. Für den Monatsdurchschnitt sind täglich (nur) 2,7 Stunden Sonnenschein errechnet worden, im langjährigen Mittel waren es für den Zeitraum 1961 – 1990 111 Stunden oder 3 Stunden und 36 Minuten täglich; im Zeitraum 1991 -2020 116 Stunden oder 3 Stunden und 42 Minuten täglich. Gewiss wird deshalb kein Bewohner im Landkreis depressiv geworden sein; die Jahresbilanz der Sonnenscheindauer betrug Ende Oktober 1882 Stunden oder 120 Prozent. Gleichwohl gab es im Oktober fast 10 Stunden weniger Sonnenschein als im Februar.

Erfreulicher war die Niederschlagsbilanz des Monats. Von aufmerksamen „Regenmessern“ sind 20 bis 21 Tage mit messbarem Niederschlag beobachtet worden, welche im Landkreis knapp 47 Liter auf den Quadratmeter hinterließen, das waren 123 Prozent der langjährigen Summe von 61 bis 90; für den Folgezeitraum (nur) 109 Prozent. Die Spanne der gemessenen Summen reicht von 69 l/m² in Straach bis 35 l/m² in Coswig.

Die höchsten Tagessummen sind vom 26. bis 28. Oktober gefallen, nachdem ab dem 20.  vier Tiefdruckgebiete  (IRAWAN, JOSHUA, KLAUS und LOTHAR) in rascher Folge Deutschland mit dem kräftigen Jetstream überquerten. (Berliner Wetterkarte vom 1.11.2025). Die höchsten Tagessummen betrugen im Durchschnitt 9 Liter/m² in dieser Zeit, die absoluten Mengen 5 Liter bis 13 Liter.

Wenn auch im ersten Monatsdrittel an 8 Tagen Wasser von oben gemessen werden konnte, auf die gleiche Anzahl an Regentagen kommt das letzte Drittel. Waren im ersten Zeitraum (nur) 14 Liter gefallen, brachte der Rest des Monats mit 26 Litern fast das Doppelte.

So erfreulich die Monatssumme für den Oktober auch sein mag, eine wirkliche Verbesserung der Bodenwasserverhältnisse hat es bisher nicht gegeben. Nachdem von Februar bis Juni deutlich zu wenig Niederschlag zu verzeichnen war, der Juli mit 106 Litern stolze 220 Prozent hinterließ, ist die bisherige Jahresbilanz ernüchternd. Bis dato stehen für Wittenberg 398 Liter zu Buche, das sind knapp 71 Prozent der langjährigen Summe für beide Klimaperioden. Zu erwarten wären bis Ende Oktober 466 Liter.

Nachdem die erste Dekade des Oktober 2025 fast 1 Grad kühler als zu erwarten und auch die Monatsmitte sehr durchschnittlich temperiert war, brachten die letzten 11 Tage einen Temperatur-überschuss von 2,4 Grad. Für den 18. und 19. Oktober waren die kühlsten Nächte des Monats zu verzeichnen. Auf minus 1 bis minus 3 Grad gingen die Temperaturen im Landkreis, im Niveau von 5 cm über dem Erdboden wurden fast minus 3 Grad in Jessen gemessen; drei Tage später sind am 21. und 22. Oktober mit 17 bis 18 Grad die wärmsten Tage aufgetreten.

Der Monat brachte mit 10,2 Grad nach Celsius einen (relativ) geringen Überschuss von 0,8 Grad im Landkreis, die Standardabweichung beträgt 1,4 Grad (1961 – 1990) bzw. 1,8 Grad (1991-2020). Ergo sehr normal. Zwei bis fünf Tage mit Bodenfrost sind es ebenso. Drei Heitere und 20 Trübe Tage sind noch zu melden.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für November 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Deutschlandweit war der November alles andere als grau: Fast 69 Stunden, ein Plus von 16 bzw. 14 Stunden (61-90; 91 – 20) oder fast 30 Prozent (61-90). Für Sachsen-Anhalt  war bei 71 Stunden ein Plus von 20 Stunden (61-90) zu verzeichnen, für Wittenberg mit 68 Stunden Sonnenschein betrug der Überschuss 15 Stunden (61-90) bzw. 9 Stunden (91 -20). Bei so viel Sonne war die Chance für Nebel gering, nur zwei Tage mit Nebel zwischen Wittenberg und Holzdorf sind gezählt worden. Dafür fiel am 23. November der erste Schnee, der in Ateritz und Jüdenberg  mit 2 bzw. 3 Zentimetern bis zum 26. des Monats als Schneeflecken bzw. Schneereste von den dortigen Beobachtern vermerkt wurden.

Bei den Temperaturen gab es vom Monatsbeginn bis zum 16. November bis auf zwei Ausnahmen (8. und 9.) zweistellige Höchsttemperaturen; am 5. wurden zwischen Wittenberg und Jessen 17 bis fast 18 Grad nach Celsius gemessen. Das Temperaturmittel der ersten und zweiten Dekade lag 1,4 bzw. 1,8 Grad über dem Mittel der Jahre 1961- 1990). Ab dem 17. November gingen die Maxima von 5 Grad auf 2 Grad zurück, am 23. November gab es den ersten Eistag, auf minus 7 bis minus 8 Grad ging das Thermometer in der Nacht, am Tage lag das Maximum bei minus 0,3 bis minus 0,6 Grad. In Erdbodennähe wurden minus 9 Grad in Wittenberg, minus 7 Grad in Jessen gemessen. Erwärmung an den letzten 4 Tagen des Monats, auf 8 bis 9 Grad stieg die Temperatur tagsüber.

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 5 Grad Celsius war der November 2025 (nur) 0,5 Grad milder als im Mittel der Jahre 1961 – 1990; die Standardabweichung der Temperatur für diesen Zeitraum beträgt 1,6 Grad, für den Beobachter war der beschriebene Monat bei der Temperatur normal. Für den Zeitraum 1991 – 2020 beträgt die Abweichung 0,2 Grad. Bei 10 bis 11 Frosttagen sind 1 bis 2 Tage mehr als im langjährigen Mittel registriert worden, bei (nur) 1 Eistag wäre ein solcher mehr zu erwarten gewesen.

Nicht ganz so üppig fällt die Niederschlagsbilanz aus. Bei rund 15 Tagen mit messbarem Niederschlag von 0,1 mm und mehr hätten es deren zwei mehr sein dürfen; trotzdem blieb der November mit 66 bzw. 63 Prozent der langjährigen mittleren Summe von 43 Litern/m² um rund 14 Liter/m² hinter den Erwartungen. Alldieweil die erste Jahreshälfte auch nicht sehr ergiebig war, fehlen zur Jahresbilanz rund 130 Liter/m². Wenn diese Menge bis zum Jahresende fallen würde, es wäre ein Wunder.

Die Niederschlagsmengen im November 2025 waren ungleich verteilt, im ersten und letzten Monatsdrittel sind jeweils 7 Liter/m² gefallen, zur Monatsmitte kamen knapp 15 Liter/m². Dass einen Monat vor dem Hl. Abend der erste Schneefall beobachtet wurde, ist eingangs erwähnt worden.

Die größte Monatssumme von knapp 37 Litern wurde in Zahnas Norden notiert, mit knapp 19 Litern musste sich Gräfenhainichen abfinden. Die höchsten Tagessumme von knapp 10 Litern in Zahna, nur 3 Liter in Holzdorf. Bis auf letztgenannten Standort sind die höchsten Tagessummen am 15. November gefallen.

Selbstredend steht so kurz vor Weihnachten wieder die Frage nach den Aussichten für viel Schnee zum Weihnachtsfest. Die Chancen für eine Weiße Weihnacht, per Definition muss vom 24. bis 26. Dezember eine geschlossene Schneedecke liegen, besteht nur alle 8 Jahre. Die letzte Weisse Weihnacht war im Jahre 2010 mit einer geschlossenen Schneedecke, die 29 Tage lag bei einer max. Schneehöhe von 23 Zentimetern am 28. Dezember. Schön wars…

Achim KuhnWetterstation Mühlanger

Monatsbericht der Wetterstation Mühlanger für Dezember 2025

Zwischen Flämingrand und Dübener Heide

Drei Worte könnten reichen: Sonnig, warm, trocken…

Sachsen-Anhalt kommt auf eine Sonnenscheindauer von 69,5 Stunden, ein Plus von 94 Prozent. Oder (nur) 1,4 Stunden weniger als im November! Allein der Dezember 1972 war mit 79,5 Stunden (etwas) sonniger.  Die Sonne schien für Wittenberg 2025 mit 75 Stunden (+98 Prozent) nicht ganz so heftig wie 1972, es wird zu verkraften gewesen sein…

Bei der Monatsmitteltemperatur ist ein Plus von 2,1 Grad zu verzeichnen. Im langjährigen Mittel von 1961 bis 1990 sind 0,8 °C Standard, der Folgezeitraum kommt auf 1,9 °C. Die langjährige Abweichung für beide Zeiträume beträgt 2,5 Grad; demzufolge liegen die für den Landkreis ermittelten 3,0 °C im Rahmen der natürlichen Abweichung, einfacher gesagt: Normal. Die Anzahl von 15 bis 18 Frosttagen liegt im Limit, bei den Eistagen fehlen allerdings deren 5 Tage.

Der Monat begann mild und ging fast über 21 Tage so, dieser Zeitraum erbrachte einen Temperatur-überschuss von fast 4 Grad. Mit 13 bis 14 °C wurde am 8. Dezember der wärmste Tag des Monats ermittelt, vom 8. bis 11. lagen die täglichen Höchsttemperaturen bei 11 bis 12 Grad.

Statt gewohntem Weihnachtstauwetter gingen am 23. die Temperaturen im Sturzflug in den Keller. Jede Nacht Frost bis zum Monatsende. Am 1. Weihnachtstage wurden im Landkreis Temperatur-minima von minus 8 °C (Jessen) bis minus 10 °C in Wittenberg gemessen, es reichte  aber nur am 25. und 26. für Eistage. Das Temperaturmittel der letzten 11 Tage betrug minus 0,7 Grad.

Weniger erfreulich ist die Niederschlagsbilanz. Die Auswertung von 22 Beobachtern ergab eine durchschnittliche Monatssumme von gut 20 Litern/Quadratmeter, das sind dürftige 41 Prozent vom Mittel der Jahre 1961 – 1990, für den Folgezeitraum nur 35 Prozent. Einigermaßen ertragreich war die erste Dekade, an 8 Tagen dieses Zeitraumes kamen im Schnitt 12 Liter/m² in die Regenmesser. Sehr einheitlich die höchsten Tagessummen fielen am 8. Dezember, zwischen 6 und 11 Liter/² wurden ermittelt. Um 11 Liter wurden jeweils in Abtsdorf und Wittenberg ermittelt, (nur) 6 Liter/m² gab es für Ateritz. Die Monatsmitte war sehr trocken, maximal 3 Tage mit messbarem Niederschlag brachten gerade einen Liter/m². An 3 bis 5 Tagen kamen zur letzten (naja) Dekade noch gut 4 l/m², diese dürftigen Regenmengen konnten die Statistik des Monats auch nicht mehr retten.

Die größten Monatssummen im privaten Messnetz wurden in Zahna und Wittenberg gemessen, dort schlagen etwas mehr als 24 l/m² zu Buche, Gräfenhainichen konnte nur gut 13 l/m² notieren.

Schnee war im ersten Wintermonat absolute Mangelware. Waren in den Jahren 61-90 im Dezember 9 Tage mit Schneedecke zu erwarten, 91-20 8 Tage, blieb dieses Ereignis im Dezember 2025 (fast) völlig aus. Nur aus Straach (Kachelmannwetter.com) wurde für die letzten beiden Tage eine Schneehöhe von 1 Zentimeter gemeldet. Die Beobachter in Zahna, Zallmsdorf und Ateritz hatten für den 27. Schneegriesel und gefrierenden Sprühregen gemeldet, am 31. gab es (sicher nicht nur)in den genannten Arealen leichten bis mäßigen Schneefall, der den Mittag nicht überstanden hat.

Achim KuhnWetterstation Mühlanger