Treffen40

Protokoll zum 40. Regionaltreffen 11.-13. Juli 2025 in Oybin und Görlitz

Zu unserem Jubiläumstreffen trafen wir uns dieses Mal im kleinen Zittauer Gebirge in Oybin. Achim führ mit mir ab Baruth, wir hatten bereits die ersten Schauerzellen im Gepäck, die uns nach Süden verfolgten. Doch bis zum Abend schien noch die Sonne.  Gegen 17 Uhr trafen wir als letzte ein und wurden schon von den anderen Teilnehmern vor dem Hotel Nensch bereits erwartet. Zunächst sahen wir uns allerdings den Gedenkstein zur südlichsten Ausdehnung des skandinavischen Inlandeises im Quartiär an, der nur 100m vom Bahnhof im Kurpark steht. Am Abend fuhren wir zum Abendessen nach Jonsdorf in die „Gondelfahrt“. Zuvor gab es einen kleinen Halt an den Kelchsteinen, danach ein Abstecher zur Schwarzwasserquelle. In Höhe des Rathauses befindet sich auch die ehemalige Kurklimastation von Jonsdorf, leider aber außer Betrieb. Jens Findeis, ein ehemaliger Beobachter des DWD, der vor Ort wohnt, will sie allerdings wieder reaktivieren, wobei ich ihn unterstützen werde. Später erklommen wir noch den Hieronymus-Stein, einer schönen Aussicht. Am Abend stellte uns Jens seine wiederaufgebaute Wetterstation in Lückendorf vor. Anschließend fand eine Diskussion über Genauigkeit von Sensoren statt.

Für das Wochenende hatten wir die denkbar schlechteste Wettervorhersage im Gepäck: Dauerregen. Zu Hause regnete es dabei deutlich mehr, allein in Lichterfelde kamen am 12. über 81mm zusammen, in Neuenhagen waren es als Monatssumme dann sogar 215mm. Dennoch entschlossen wir uns für die Wanderung von Waltersdorf zum tschechischen Jägerdörfel, da es hier nur tröpfelte. Von der Lausche war so gut wie nichts zu sehen. Erst, als wir im Gasthaus waren, regnete es stärker.

Nach der kurzen Wanderung ging es zurück nach Oybin, wo wir gegen 14 Uhr den Gebirgsexpress betraten, einer Eisenbahn für die Straße. Diese fuhr uns auf den Töpfer, einer Ausflugsgaststätte auf den felsigen Höhen des Zittauer Gebirges mit einen tollen Ausblick in die nördliche und östliche Ebene über Zittau bis Görlitz und nach Polen ins Tagebaugebiet. Leider war das Wetter am Nachmittag deutlich schlechter, so dass nur fallweise etwas zu sehen war. Doch Kaffee, Kuchen und Eis haben in der urigen Baude gemundet. Nicht weit davon steht die Felsenformation der „Brütenden Henne“. Auf dem Rückweg zu Fuß kamen wir noch in einem letzten starken Regenguss, so dass wir in einer Schutzhütte 20 Minuten verharren mussten, ehe es auf den Scharfenstein ging. Dort konnten wir auch die ersten Wolkenlücken erspähen und haben uns ins Gipfelbuch eingetragen. Am Abend waren wir dann Hausgäste unseres Hotels und zogen und nach dem Essen in eines der Zimmer zurück, um noch über einige Themen zu reden.  Unter anderen ging es um Abweichungen und Standardabweichungen und wie sie zu betrachten sind. Denn nicht jede Abweichung ist gleich zu warm oder zu kalt. Je nach Monat umfasst die Bandbreite des Normalen bis zu einige Kelvin.

Nach dem Frühstück am Sonntag stand eine Fahrt nach Görlitz an, wo wir am 15. Längengrad an der Stadtbrücke pausierten. Von dort aus unternahmen wir an der Neiße einen kleinen Stadtrundgang über den alten Markt, bevor wir ins Kartoffelhaus einkehrten und uns nochmals stärkten. Als letzten Punkt führte uns unser Weg noch kurz an der Wetterstation Görlitz am Flugplatz, wo ich in den 90-ern auch zweimal im Einsatz war, allerdings damals noch in einem Containerdomizil. Der Neubau entstand erst danach, die Station musste damals wegen des Baus der Umgehungsstraße am Ostrand des Fluggeländes weichen. Im Norden vernahmen wir schon die ersten Gewitter. Bis dahin war der Sonntag durchaus sonnig und warm. Nach der Besichtigung traten wir die Heimreise an. So konnten wir noch durch einige dieser Zellen mit intensiven regen hindurchfahren.

Im nächsten Jahr wird das Treffen wieder einmal in Jänickendorf stattfinden, auf dem Plan steht auf jeden Fall eine Draisinenfahrt, entweder hier vor Ort, oder als richtige Hebeldraisinentour.

Marco Ringel